977 Tage Geiselhaft
Shownotes
Über diese Episode Fluch der Karibik war gestern: Die Galileo-Redakteure Simon und Annika werfen in dieser Folge einen ungeschönten Blick auf die Realität der modernen Piraterie. Zu Gast ist der deutsch-amerikanische Journalist Michael Scott Moore, der bei Recherchen in Somalia selbst Opfer der Piraten-Mafia wurde. 977 Tage verbrachte er als Geisel unter widrigsten Bedingungen, während die Entführer 20 Millionen Dollar forderten. Eine Geschichte über Überlebenswillen, blanke Verzweiflung und unglaubliche familiäre Stärke bei den Lösegeldverhandlungen.
Weiterführende Links
Den passenden Galileo X-Plorer "Piraten" mit Originalaufnahmen aus der Geiselhaft kannst du dir hier ansehen: Linkbeschreibung
Kapitelmarken & Themenübersicht
00:00 Intro: Der Überfall, der Michael Scott Moores Leben veränderte. 01:21 Begrüßung durch Simon & Annika: Das Ziel der Recherche und der Mythos Piraterie. 04:45 Die Entführung in Somalia: Vom Verkehrsstopp zum Geiseldrama. 07:00 Wer sind moderne Piraten? Zwischen verzweifelten Fischern und mafiösen Strukturen. 08:15 20 Millionen Dollar Lösegeld: Die absurde Forderung und das Erpresservideo. 11:10 Die Hierarchie der Piraten-Mafia und absurde religiöse Rechtfertigungen. 13:20 Alltag in Gefangenschaft: Gefängnishäuser, Schmutz und ständige Ungewissheit. 16:50 Der emotionale Überlebenskampf: Warum "Hoffnung" die größte psychologische Folter war. 19:40 Alles auf eine Karte: Ein waghalsiger Fluchtversuch auf dem offenen Ozean. 25:30 Überlebensstrategien: Wie Yoga und eine kleine Straßenkatze in der Isolation halfen. 31:00 Der Kampf der Mutter: Zähe Lösegeldverhandlungen mit den Entführern. 36:35 Die Freilassung: Nach 977 Tagen endlich der Weg in die Freiheit. 42:00 Zurück im Leben: Körperliche Erholung und ein Anruf aus dem Gefängnis von einem ehemaligen Peiniger. 49:00 Fazit und Hinweis auf die Galileo X-Plorer Dokumentation.
Transkript anzeigen
00:00:01: Dellt euch vor, ihr sitzt in einem Geländewagen.
00:00:04: Draußen zieht die Landschaft von Somalia vorbei.
00:00:07: Ihr seid entspannt!
00:00:08: Seit zehn Tagen seid ihr in einem der gefährlichsten Länder der Welt unterwegs.
00:00:12: Bislang Gott sei Dank ohne Zwischenfall noch ein paar Tage und dann geht es wieder mit dem Flugzeug zurück nach Hause, zurück nach Deutschland.
00:00:21: Doch dann aus dem Nichts schneidet euch ein Truck den Weg rauf.
00:00:25: Mehr oder so Männer springen raus, zählen zwölf Stück mit Waffen Maschinen gewähren im Anschlag.
00:00:32: Und ab
00:00:33: da ist euer Altsleben vorbei!
00:00:35: Das dauert vielleicht eine halbe Sekunde und dann haben
00:00:40: die zehn
00:00:40: oder zwölf Männer eigentlich in die Luft geschossen.
00:00:45: Ich dachte, in dem Moment ich werde dann tot aber dann war es ganz klar dass das ein Entferung würde.
00:00:52: So erstmal hatte ich Angst Und die Piraten waren natürlich alle fremde Leute und so haben sie mich auch behandelt.
00:01:03: Ein Doll-Match zum Beispiel hat mir gesagt, du hast ein Fehler gemacht und jetzt musst du eine Weile geiselt bleiben.
00:01:22: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von unserem Galileo-Podcast.
00:01:26: Ich bin Simon
00:01:27: und ich bin Annika.
00:01:29: Wir sind Redakteure bei Galileo und beschäftigen uns jetzt schon seit Monaten mit einem Thema, und zwar Piraten.
00:01:37: Also echte Piraten nicht die mit Augenklappe und Holzbeinen aus den Hollywood Filmen.
00:01:42: Wir haben einen Film dazu gemacht ein Explorer den ihr auch schon auf Join anschauen könnt.
00:01:48: Den Link verlinken wir euch in den Show Notes.
00:01:51: Genau, während unserer Recherche war unsere Kernfrade oder unsere wichtigste Frade eigentlich immer.
00:01:56: Wir wollten wissen was sind Piraten für Mensch?
00:02:01: Was treibt die an?
00:02:02: und dann sind wir auf jemanden ganz spannendes gestoßen der das ja am eigenen Leib erfahren hat, der jemand heißt Michael Strodmore.
00:02:11: Michael ist Journalist und Autor Deutschamerikaner und die meiste Zeit lebt er in Los Angeles wo er auch gerne mal aufs Surfboard springt.
00:02:22: In diesem Zeitraum springen wir jetzt quasi zurück.
00:02:25: Da sah das alles noch ein bisschen anders aus, da hat Michael tatsächlich in Berlin gelebt und er hat damals tatsächlich das gleiche Ziel gehabt wie Simon und ich.
00:02:35: Er wollte herausfinden wer sind die Piraten des XXI.
00:02:39: Jahrhunderts?
00:02:40: Was ist das für Menschen?
00:02:41: was treibt sie an?
00:02:43: Und zu der Zeit also um den Jahrhunderteil gab es tatsächlich auch sehr viele Berichte über Überfälle von somalischen Piraten auf westliche Handelsschiffe, also es war echt ein Thema.
00:02:56: Und Michael wollte dazu eben recherchieren und stattdessen ist er aber auf tragische Weise selbst Teil der Geschichte geworden und das für ganze neunhundert siebenundsiebzig Tage.
00:03:11: Aber bevor wir zu seiner Entführung und zu seiner Geiselhaft kommen wollen wir erstmal Darüber sprechen, warum er überhaupt nach Somalia gereist war.
00:03:20: Er wollte in Somalia tatsächlich zu den Piraten recherchieren.
00:03:24: Ab...
00:03:25: ...Zw.A.
00:03:27: oder so habe ich sehr viel über Piraten geschrieben aber nur im Büro bei Spiegel Online in Berlin.
00:03:36: Das war mir sehr interessant Aber nur weil es ein neues Ereignis war.
00:03:46: Ich hatte natürlich das alte Mythos im Kopf von Piraten.
00:03:54: Also damit wächst jeder Jünger
00:03:58: auf.".
00:03:58: In den letzten Jahren wollte Michael dann eben gucken, was an diesem Mythos dran ist und es nach Somalia gereist.
00:04:06: Und man muss sagen seine Recherchen liefen auch erst richtig gut.
00:04:10: also Michael hat echt viel herausgefunden.
00:04:13: Der hat die Hochburgen von modernen Piraten besucht in Somalia und hat sogar einen echten Piraten-Boss interviewt, also Auge in Auge mit einem Piratenboss.
00:04:24: Michael hatte tatsächlich immer ein Sicherheitsteam dabei.
00:04:28: Er wusste, dass Somalia nicht ungefährlich ist aber er hatte eben das Gefühl, dass dieses Sicherheitsteam alles im Griff hat und hat sich auch dadurch recht entspannt und sicher gefühlt.
00:04:41: Doch dann kam eben dieser verhängnisvolle Überfall.
00:04:46: Am ersten Moment hab ich gedacht, okay das ist nur ein Traffic-Stop.
00:04:50: Wir sind erst mal von vielleicht eine kleine Stammesgruppe angehalten um vielleicht ja die Pässe anzuzeigen.
00:05:02: und ich habe gedacht, ich hab meinen Rucksack, pass es dabei kein Problem.
00:05:07: Das dauert vielleicht eine halbe Sekunde Und dann haben die zehn oder zwölf Männer eigentlich in die Luft geschossen.
00:05:17: Ich dachte, in dem Moment ich wäre dann tot.
00:05:20: aber dann war es ganz klar dass das eine Entführung sein müsste.
00:05:28: und hattest du ab dem moment Panik, Angst?
00:05:32: hast du noch mitbekommen was so um dich herum passiert ist?
00:05:35: Ja erst mal.
00:05:36: natürlich hatte ich die ganze Zeit Angst dass sowas passieren könnte.
00:05:40: Aber ich dachte wir haben alles richtig gemacht.
00:05:44: ja aber das heißt im ersten Moment ich wollte mein Leben zurück setzen sodass es sich nicht nach Somal geflogen hätte aber auch an meine Familie gedacht.
00:05:56: Meine Firmen und meinen Freunden zuhause in Berlin, sondern auch in Kalifornien.
00:06:03: Die würden das gar nicht verstehen was dann passieren könnte.
00:06:12: Das wäre dann ganz mysteriös bleiben, das wusste ich und da wusste auch dass es viel Angst geben könnte.
00:06:22: Ich meine vom ersten Moment wusste wie es mir ging aber ich glaube für die meisten Zeit War das schon immer eine Frage für meine Familien, für meine Freunde?
00:06:36: Ob ich immer noch viel überhaupt gesund war.
00:06:38: Michael war ja von jetzt auf gleich quasi wie vom Erdboden verschwunden für seine Familie in der Gewalt von den Männern die er ja eigentlich interviewen wollte.
00:06:49: Und da fragt man sich ja schon, was sind das jetzt für Typen?
00:06:53: Simon du hast es vorhin schon mal angesprochen und wir haben ja auch während wir den Film gemacht haben uns mit dieser Frage viel beschäftigt.
00:07:01: Sind moderne Piraten jetzt verzweifelte Fischer die versuchen ihre Gebiete zu verteidigen oder sind das einfach echt eiskalte Kriminelle?
00:07:11: Michael sagt, es ist so ein bisschen beides.
00:07:14: Also zum einen muss man wissen, dass tatsächlich vor Somalia der Ozean von ganz großen Tunfisch-Trollern leergefischt wurde und darunter leidet auch die somalische Bevölkerung.
00:07:27: Man muss aber auch ganz klar sehen, es gibt in Somalia ganz viele Klanstrukturen und auch ganz viele kriminelle Klan-Strukturen.
00:07:36: daher ... Am Anfang waren das vielleicht noch einfache Fischer, die quasi nur ihr Land verteidigen wollten.
00:07:42: Am Ende hatte es aber fast schon mafiöse Strukturen.
00:07:46: Diese Piraten-Mafia, ich nenn's jetzt mal so ... Die will natürlich vor allem eins Geld verdienen.
00:07:54: und da hat sich tatsächlich um die somalischen Piraten ein richtiges System, ein kriminelles System aufgebaut Und zwar machen sie Jagd auf Schiffe und nehmen Geiseln oder wie in Michael's Fall zum Beispiel auch eben auf ausländische Reisende, die sie dann als Geisel nehmen.
00:08:13: Und dann verlangen Sie Lösegeld!
00:08:15: Also dass diese Leute freigekauft werden.
00:08:18: und in Michaels Fall haben die Piraten zwanzig Millionen US-Dollar gefordert.
00:08:24: Das kann man sich finde ich kaum vorstellen.
00:08:28: Es gibt da tatsächlich ein Video, ein Lösegeldvideo, indem die Pirate Michael quasi dazu gedrängt haben Mit Waffen quasi daneben stehen und Michael eben dazu bringen, diese zwanzig Millionen Dollar einzufordern von der deutschen oder amerikanischen
00:08:46: Figur.
00:09:03: Okay, which government especially are you going to pay your ransom?
00:09:11: The German Government.
00:09:12: And how do they want it to be?
00:09:18: They need an answer within three days and ...
00:09:25: In diesem Losedale Video erzählt Meitel unter anderem eben auch davon, dass es ihm in der Zeit gesundheitlich gar nicht gut geht.
00:09:33: Er sagt selber er wird von den Piraten so versorgt das er gerade überlebt weil das ist natürlich sein großer Vorteil.
00:09:41: als Geisel isst man nur lebend was wert weil sonst werden ihm natürlich nicht diese zwanzig Millionen Dollar gezahlt und das ist auch so ein Ganz krasser Moment, eigentlich.
00:09:54: Weil vielleicht könnte man jetzt dahinten da gut die amerikanische Regierung und die deutsche Regierung haben ja genug Geld, die werden ihn da schon freikaufen aber das machen sie nicht und das machen die eigentlich so gut wie fast nie.
00:10:08: Das heißt diese zwanzig Millionen Dollar Lösegeld soll seine Mutter auftreiben.
00:10:17: Was das für eine Bürde sein muss, das können wir uns glaube ich da nicht vorstellen.
00:10:21: Dein Sohn ist am anderen Ende der Welt in der Hand von Piraten und du bist jetzt dafür verantwortlich fürs Seinschicksal und musst diese unvorstellbare Sunge irgendwie auftreiben.
00:10:35: Und ja, das war glaube ich oder das war für Michael's Mutter auch ne ganz große Herausforderung Und sie hat dann tatsächlich auch das Sammeln angefangen.
00:10:45: Sie hat dann selber versucht Geld zu organisieren, Freunde und Arbeitskolleginnen und Kollegen von Michael zum Spenden sozusagen zu bringen.
00:10:56: Wenn sie das alles gemacht hat, hat Michael in Somalia davon so gut wie gar nichts mitbekommen.
00:11:01: Er war bei der somalischen Mafia ... Bei der Piraten-Mafia, wie du gesagt hast.
00:11:09: Wie ist die so aufgebaut?
00:11:10: Da haben wir auch Linie recherchiert.
00:11:14: Es gibt meistens ganz große Piratenbosse, das sind keine einfachen Fischer.
00:11:20: Das sind teilweise hochgebildete Menschen, die wirklich wie Mafiosi ganz oben an dieser Organisation sitzen und quasi Fußsoldaten unter sich haben.
00:11:33: Die sind quasi in Kontakt mit Michael, die halten ihn gefangen und kümmern sich um ihn.
00:11:41: Und es gab einen ganz bekannten der hieß Baschko, den mit dem hat Michael sehr viel interagiert.
00:11:48: und auch zum Hintergrund ganz spannend weil in Somalia sind ganz viele Menschen Muslime und auch dieser Baschco war Gläubiger Muslim und damit hat Michael Baschok konfrontiert.
00:12:03: hatte ich die Chance, dem Barschka zu fragen.
00:12:06: Ja wie geht das?
00:12:07: Also ihr seid erst mal Diebe.
00:12:11: So okay hat er gesagt aber ihr seid auch Muslim ja passt nicht zusammen habe ich gesagt.
00:12:20: und dann weil der Zeit dafür hatte, hat er mir ein bisschen langsamer erzählt dass weil es im Koran paar Versen standen dass man Infidels fangen könnte.
00:12:39: Dann wäre es dann nicht gegen Islam solcher Personen, wie ich Geißelstein
00:12:46: herzunehmen.".
00:12:47: Ja er sagt hier Infidells fangen also quasi unglaubige Jagen.
00:12:53: das war so ein bisschen die Ausrede die Piratenbechter wie eben dieser Baschko Michael gegenüber geäußert haben um das zu rechtfertigen was sie da machen.
00:13:04: Und Michael hat aber ganz schnell eigentlich gemerkt, dass zumindest die Piratenbosse, die du auch eben erwähnt hast, Simon.
00:13:13: Also die stehen ja ganz oben und Michael hat da recht schnell kapiert... Zumindest denen ist die Religion ziemlich egal!
00:13:20: Aber
00:13:20: vielleicht ist das jetzt ein ganz guter Moment mal zu seinem Alltag zu reden?
00:13:24: Wie is denn der Alltag als Piratendeise?
00:13:27: Ja ich finde man kann sich kaum vorstellen, dass es da überhaupt eine Art Alltag gegeben hat.
00:13:32: Aber klar, über so eine lange Zeit entwickeln sich ja auch irgendwelche Routinen.
00:13:38: Obwohl man sagen muss dass eine Sache die sich da eben total durchgezogen hat das war eigentlich eben so ne gewisse Ungewissheit.
00:13:47: also du hast es schon gesagt Michael war an verschiedenen Orten gefangen teilweise auf einem Schiff aber eben auch ganz lange in sogenannten Gefängnishäusern.
00:13:58: Die waren in der Stadt Galcajo meistens Und diese Gefängnishäuser, das waren eher so halbe Ruinen.
00:14:06: Also Michael hat uns erzählt, so halbfertig gebaute Häuser und um die dann aber komplett fertig zu bauen ist den Piratenbossen dann doch das Geld ausgegangen.
00:14:16: also er musste dann erst mal neues Lösegeld verdient werden.
00:14:19: In diesen halb fertig gebauten Häusern haben sie eben Michael gefangen gehalten.
00:14:25: Das war ein ganz schrecklicher Umstände eigentlich.
00:14:29: um da zu leben.
00:14:31: Das hat Michael uns auch mal erzählt, wie das aussah.
00:14:34: Und tatsächlich in den ersten Tagen nach zehn Tagen in einem ganz kleinen Raum hab ich gewohnt, dann sind wir in ein Haus eingezogen.
00:14:50: Wieder ein Gefängnishaus, also kein Möbel, alles Beton, Wände, Boden ... Wir haben sozusagen dort gekirmt.
00:15:00: Es gab ein bisschen elektrisches Licht und eine Toilette, zwar gar nicht sauber und gar kein Möbel aber es gab Platz.
00:15:12: Und das war tatsächlich ein Piratenbosthaus, das müsste so sein, aber nur halbwegs gebaut.
00:15:21: Das brauchte vielleicht noch Geiselgeld Und dort habe ich gewohnt ein paar Monate und dann sind wir in einer anderen anderes Haus, genau wie das Erste angezogen.
00:15:37: Aber weil es Platz gibt auf dem Boden, habe ich auch nach eine Matte gefragt.
00:15:45: Die haben mir eine Mathe am nächsten Tag mitgebracht und von daher konnte ich Yoga machen!
00:15:54: Und das halt mit der Depression, mit den Emotionen eigentlich durch die ganze Zeit.
00:16:02: Das waren fast noch zwei Jahre durch die ganzen Zeit geholfen.
00:16:10: Essen war furchtbar, essen war auch viel weniger auf dem Schiff nur Bohnen, Pasta mit Zwiebeln und so weiter.
00:16:21: Was man eben auch nicht vergessen darf, diese hygienischen Beteilungen vor Ort sind da jetzt alles andere als gemütlich.
00:16:27: Hinzu mal gab es keine Dusche.
00:16:29: Es waren nur Wasser aus der Kanne über den Kopf und ein bisschen Seifer vielleicht.
00:16:38: Ich finde das wirklich unvorstellbar wie man das aushalten kann über so eine lange Zeit körperlich aber auch vor allem... mental, also über Monate Jahre unter diesen Bedingungen leben.
00:16:51: Ich wundere das gar nicht dass er das auch selber als großen Psychoterror bezeichnet genauer als Vollterrat.
00:16:58: so nennt er das weil es war ja immer dieses hin und her zwischen.
00:17:03: ich hoffe ich hoffe dass das Geld bezahlt ist.
00:17:06: ich hoffe das vielleicht eine Spezialeinheit mich befreit.
00:17:11: Und zum anderen aber natürlich auch zu wissen, und bis jetzt hat mich noch niemand befreit.
00:17:15: Ich bin seit zwei Jahren hier gefangen.
00:17:18: Soll ich noch weiterkämpfen oder soll ich vielleicht aufgeben?
00:17:22: Die Piraten haben das auch nicht gerade besser gemacht wie er uns erzählt hat
00:17:26: Besonders am Anfang der Zeit auf Land nach dem Schiff Haben die Piratene ständig mir gesagt Michael also in einem Monat ja in zwei Wochen vielleicht gehst du frei.
00:17:40: drei Fällen sagen wir, habe ich das auch ernst genommen.
00:17:50: Und dann hatte ich Hoffnung und nach zwei Wochen die Prämierung.
00:17:58: Die Emotionen gingen so weil du wirst nicht anders frei werden.
00:18:06: Von daher war Hoffnung oder falsche Haftung gar nicht gesund.
00:18:11: Man musste – das war so wie ein Folterrat, kann man sagen – Hoffnung und dann der Primierung.
00:18:17: Und man kann nicht so durchschnittlich ständig durchgehen.
00:18:24: Man musste völlig von dem Rat sich wegziehen.
00:18:29: Von daher habe ich emotional die Hoffnung aufgegeben.
00:18:36: Nicht dass ich jeden Tag deprimiert war sondern jeden Tag, in jedem Moment einfach so gelebt.
00:18:47: Das war nicht schön aber das war besser als auf eine gute Zukunftsständige zu träumen und dann regelmäßig auch Hoffnung zu verlieren.
00:19:00: Es ging nicht!
00:19:01: Man musste eine andere Strategie haben.
00:19:06: Also ich finde das was er da sagt... Das trifft total ins Herz.
00:19:10: Ich musste dann einfach die Hoffnung aufgeben, damit ich das überhaupt durchstehen kann.
00:19:15: Weil also ich frag mich was hält einen am Leben wenn nicht die Hoffnungen?
00:19:20: Aber es macht natürlich total Sinn dass für ihn diese ständige Enttäuschung, dass da eigentlich alles nur noch schlimmer gemacht hat und ja deswegen hat er eben für sich entschieden, am besten ist es, wenn ich diese Hoffnung gar nicht mehr zulasse.
00:19:35: was ich aber trotzdem total krass finde, ist dass er trotzdem nicht aufgegeben hat.
00:19:41: Also es gab dann diesen einen Moment wo er dennoch alles auf eine Karte gesetzt hat und richtig Mut bewiesen hat.
00:19:49: Das war eben zu dieser Zeit wir haben es vorhin schon mal kurz angesprochen wo er auf dem Schiff gelebt hat.
00:19:55: das war ein Tunfisch-Kutter Und den hatten die Piraten eben auch gekapert, auch in ihre Gewalt gebracht zusammen mit der gesamten Crew von diesem Tunfischboot.
00:20:07: Das waren fast dreißig Crewmitglieder, die auf diesem Schiff waren hauptsächlich junge Männer aus Asien.
00:20:16: und zu der Zeit auf dem Schiff da war Michael ich glaube fast ein halbes Jahr sagt er das war die beste Zeit in seiner Geiselzeit weil es auf diesem schiff eben Fisch gab genug zu essen.
00:20:29: Die haben sich Suppen aus diesen Tunfisch, der da auf dem Schiff war gekocht und natürlich ganz wichtig, da waren andere Geiseln.
00:20:38: also er sagt es war wie ein Freundeskreis unter den Geiseln.
00:20:42: das hat natürlich extrem geholfen.
00:20:44: und da gab's eine Situation auf diesem Schiff die dann eben dazu geführt hat dass Michael einen ganz mutigen Schritt gewagt hat.
00:20:55: immer wieder Flugzeuge oder Flugobjekteübersicht gehört und hatte die Hoffnung, da gibt es Leute, die haben mich im Blick.
00:21:06: Die suchen nach mir, die wollen wissen wo ich bin und wollen wissen wie's mit geht.
00:21:11: Und tatsächlich mittlerweile wissen wir ja das war so.
00:21:15: also es gab verschiedene Missionen zum Beispiel die EU-Mission Atalanta die sich so um Piraterie bekämpft von kümmert ihm im Blick gehabt und haben geschaut, wo er sich befindet.
00:21:30: Haben dann nicht zugegriffen und nicht ihn befreit aber die wussten zumindest ganz genau wo er war Und deswegen hat er sich eben gedacht wenn ich jetzt von diesem Schiff
00:21:43: fliehe
00:21:44: Dann kommen sie vielleicht mit dem Helikopter und ziehen mich aus dem Wasser weil man muss wissen Michael war Surfer also er konnte ziemlich gut schwimmen.
00:21:54: Hat es dann tatsächlich versucht?
00:21:57: Ich dachte also, ich kann eigentlich gut schwimmen.
00:22:00: Zu Hause in Kalifornien bin ich Surfer und wir waren nur so zwei Kilometer weg von dem Strand Und ich dachte ja wenn das nur eine Hubschraube wäre Dann würde ich sofort springen und vielleicht vom Wasser mich retten lassen.
00:22:23: Also im besten Fall habe ich gedacht, dann merkt man mit der Drohne dass ich weg gesprungen bin.
00:22:32: Dann kommt vielleicht innerhalb einer halben Stunde einen Hubschrauber.
00:22:39: Schiff fährt weg, müsste wegfahren also die Motor klang gar nicht gut und konnte keinen U-Turn machen zum Beispiel.
00:22:51: Und dann vielleicht gebe es Zeit, mit einem Hubschrauber aus dem warmen Wasser gerettet zu werden.
00:23:01: Muss auch sagen ich hatte Angst geschossen zu werden als ich gesprungen bin.
00:23:12: Der Schiff war natürlich voller Piraten mit AK-Forty Sevens.
00:23:19: Das heißt, ich müsste weg von dem Schiff so schnell wie möglich.
00:23:29: Und von daher aus Surfer habe ich geachtet wo die Strömung war, wo die Wellen fließen und wohin das Schiff wollte und in welche Richtung ich am besten schwimmen sollte.
00:23:46: Und es hat sehr gut gelungen.
00:23:49: Ich war innerhalb einer Minute, zwei Minuten hundert Meter weg von dem Schiff.
00:23:53: Der Schiff ging hier und ich ging da mit den Wellen.
00:24:00: Aber nach zwanzig Minuten in dem dunklen Wasser ... Da waren natürlich auch Regen auf dem Schiffe.
00:24:07: Ich konnte die Piraten schreien hören.
00:24:11: Kein Mann hat geschossen!
00:24:15: Aber es gab natürlich Lichte, ja, die mich suchten auf der Strömung, die ich benutzt habe.
00:24:25: Hat der Kapitän das Schiff halten lassen und dann kamen die Schiffe so langsam in meine Richtung?
00:24:38: Man muss leider sagen, dass Lück war in diesem Moment nicht auf seiner Seite.
00:24:43: Das Schiff kam immer näher und dann hat er tatsächlich aufgedeben.
00:24:48: Ja, ohne Degenwehr ist er wieder an Bord deklettert.
00:24:53: Die Piraten hatten ihn also wieder gefangen.
00:24:57: Das war dann auch der Zeitpunkt wo sie ihn von diesem Schiff wieder weggebracht haben und ihn wieder in ein Gefängnishaus gesteckt haben.
00:25:05: Und diesmal ganz alleine.
00:25:07: Also keine weiteren Geiseln mehr.
00:25:10: auf dem Tunfischboot hatte er ja eben mehrere Geiseln um sich rum.
00:25:15: jetzt war er wieder komplett alleine unter Piraten.
00:25:19: Und das noch echt für eine sehr, sehr lange Zeit.
00:25:22: und da den Verstand zu behalten ist eigentlich total unmachbar.
00:25:29: aber Michael hat da für sich Strategien entwickelt die wirklich so ein bisschen surreal und skurril wirken weil man sich einfach diese Situation vor Augen führt in der er sich da befunden hat mitten im Dreck umgeben von Piraten Hat Michael angefangen, Yoga zu machen?
00:25:50: Nachdem ich am ersten Tag, wo ich Yoga probieren wollte mit der neuen Mathe, habe ich den Moment ausgesucht, wo kein Pirat eigentlich in der Tür seße.
00:26:06: Es war ständig ein Pirat in der Türe und ich wollte irgendwie vielleicht eine halbe Stunde finden, wo niemand auf mich achtet.
00:26:14: Den Moment habe ich nicht gefunden, die wollten mich vom vierundzwanzig Stunden lang beobachten.
00:26:21: Besonders nach dem Sprung von einem Schiff.
00:26:26: und irgendwann an den ersten Tag habe ich gesagt okay dann probiere ich das!
00:26:32: Da werden die Piraten Yoga ganz selbstsam finden, ganz bestimmt aber los geht's!
00:26:43: Sobald ich das angefangen habe, gab es Aufregung.
00:26:48: Also viele Piraten haben durch die Tür geguckt und dann fast am ersten oder zweiten Tag sind ein paar Leute reingekommen um das nachzumachen also auch als Witz.
00:27:00: Ja sie wollten ein bisschen zagastisch sein.
00:27:04: was machst du da?
00:27:05: Und was sind das für Poses?
00:27:12: Sie hatten keine richtige Matten, sie hatten nur Cardboard.
00:27:18: Sie hatten nur Kartons, die sie flachlegen konnten gegen den Staub auf dem Boden und die haben quasi Yoga mitgemacht.
00:27:30: Und nach ein paar Tagen habe ich dann auch Korrekturen gegeben.
00:27:40: Klasse ist geführt.
00:27:42: Man muss natürlich sagen, diese soziale Interaktion auch wenn es die Piraten waren haben Michael da glaube ich in dieser Zeit auch schon geholfen weil ja emotionale Nähe gab es dort quasi nicht.
00:27:56: also es gab keinen Freund er hatte keine Freunde er hat keine Partnerschaft er hatte kein Kontakt zu seiner Familie.
00:28:05: Also er war ja wirklich komplett auf sich allein gestellt Beziehungsweise nicht ganz, weil er hat es dann eines Tages Miaun gehört.
00:28:15: Ich hab eine Katze gehört ... eigentlich eine kleine Katze.
00:28:22: Es war schon klar, dass irgendwo im Hausgebiet, im Gefängnishausgebiet ein paar Kittens gebe und die Mutterkatze musste rausgegangen haben aber sie war seit ein paar Tagen nicht mehr da Und ich hab ständig diese Stimme von einer kleinen Katze gehört.
00:28:42: Und endlich ... und den Somalis war das eigentlich egal, denn Piraten waren es egal.
00:28:48: Also eine Katze in Somalia ist so wie ein Ratter.
00:28:52: Man kann kein ... Es ist so chaotisch oder so unsicher, sagen wir in Somalien, dass man wirklich keine ... Sentimalität hat.
00:29:07: Moment.
00:29:08: Sentimentalität gegen über Katzen haben kann, aber ich sag da okay es gibt jetzt in irgendeiner Ecke eine Katze.
00:29:18: kannst du das mir bringen?
00:29:20: und dann ist ein Wachmann tatsächlich dahin gegangen und hat mir einer kleinen orange Katze gegeben und ich habe schon heraus gedacht ja wenn die Katze Hunger hat habe ich jetzt gepudelte Milch erstmal, also ich konnte ein bisschen Milch mischen.
00:29:40: Ich hatte auch Tunfisch in der Dose und da habe ich ein bisschen milch gemischt und die Dose aufgemacht und die Kitten war sobald sie den Tunfish gerochen hat wie eine Löwe.
00:30:01: Ich glaube zum ersten Mal hat sie Fisch gegessen Und das war sehr nett.
00:30:06: Also jeden Morgen, wo ich aufgewacht bin, hat die Katze meine Ketten gehört, wo er erst mal zur Toilette wollte und kam sie im Rennen zu mir und dann habe ich Milch- und Tunfisch geschafft.
00:30:24: Und zwei Wochen lang waren wir befreundet.
00:30:28: Das hat geholfen!
00:30:33: Wie kann man sagen?
00:30:37: Also, sonst gab es keine Liebe dort.
00:30:40: Ja?
00:30:40: Keine ... Die Katze wollte mich jeden Tag sehen und ich wollte die Katze jeden Tag sehnen.
00:30:47: Aber das war nicht so mit dem Geraden!
00:30:49: Ich krieg tatsächlich da immer wieder Gänsehaut, wenn Michael über die Katzen spricht und dass es die einzige Liebe war, die er an diesem Ort empfunden hat.
00:31:00: Das muss man natürlich auch sagen.
00:31:03: Es gab aber noch eine Person, ganz viel Liebe für Michael empfunden hat.
00:31:08: Die war nun nicht in Somalia, die war eben zu Hause im USA und zwar ist das Michaels Mutter.
00:31:17: Die hat dann echt über Jahre hinweg für Michaels Freilassung gekämpft, das Lösegeld gesammelt ... Und das is so krass!
00:31:26: Weil sie musste tatsächlich mit den Piraten verhandeln, mit denen telefonieren Und versuchen ihren Sohn da irgendwie frei zu bekommen.
00:31:37: Ich wusste, dass der erste Schritt in einem Geiselfall war ein Telefonat nach Hause und das dauerte wirklich sieben Tagen bevor ich meine Mutter am Apparat hören könnte.
00:31:52: Da war natürlich eine Aufregung.
00:31:55: Das war natürlich sehr schön, meine Mutters Stimme zu hören.
00:32:00: Das machte man Panik.
00:32:03: Also ich wusste nicht, was in so einem Telefon hat sein dürfte oder passieren sollte und sie hatte auch dieselbe Panik.
00:32:12: ja Sie war schon bereit auf So einen Anruf zu bekommen Und ich wuste dass sie irgendwie Rat hatte weil sie hat Sicherheitsfragen gestellt.
00:32:26: aber Das war auch für sie eine Panik.
00:32:29: Was soll sie sagen, was soll sie nicht sagen?
00:32:32: Und dann kam plötzlich der ... Ja... Dann haben die Piraten plötzlich das zwanzig Millionen Dollar gefordert und das war auch unvorstellbar.
00:32:47: Jede Geisel hatte seinen Preis.
00:32:51: In jedem Fall, obwohl wie hoch der Preis war, war es für den Geisel selber Einfach unfeststellbar.
00:33:01: Die Reaktion auf jeden Preis, egal wie hoch war ... Das kann man nicht einfach.
00:33:06: Das ist einfach ein Wahnsinn!
00:33:11: Und so hatte meine Mutter auch reagiert.
00:33:14: Also wo bekommen wir eigentlich das Geld?
00:33:26: wieder versucht diesen Preis am Telefon mit den Piraten zu drücken, weil zwanzig Millionen Dollar konnte sie nicht organisieren.
00:33:34: Das war einfach zu viel und ging lange dann gar nicht voran und irgendwann hat sie dann einen Profi Verhandler mit dazu gezogen also der ihr sie da unterstützt hatte beim verhandeln.
00:33:49: Ich weiß nicht, ob man von Erfahrung sprechen kann.
00:33:52: Aber der, glaub ich diesen Prozess des Lösegeldverhandlers ... Der war ihm nicht fremd.
00:33:58: Michael, den Menschen Bob und tatsächlich mit Bob ging das dann auch voran.
00:34:05: die Löse Geldverhandlung?
00:34:07: Meine Mutter hat erst mal so ein ... Wie sagt man?
00:34:11: Ein Fund geöffnet ja ohne dass man ... auf Social Media oder so anonziert hatte, weil Piraten haben auch Social Media.
00:34:27: Sie hat ein Fund geöffnet und viele Leute haben da rein bezahlt.
00:34:32: Und dann wurde es klar wie viel möglich war während der Zeit.
00:34:37: Das war nicht mal zwei Millionen, das war unter zwei Millionen.
00:34:43: Die müssten warten bis irgendwie ... die Piraten runterkommen würden.
00:34:52: Und das haben sie tatsächlich am Ende gemacht, die am Ende der Zeit haben die Pirate stief runtergekommen und mit Hilfe von dem Verhändler, vom Mann Bob ist wirklich ein Vertrag geeinigt worden.
00:35:18: Die Piraten haben tatsächlich einen Vertrag ausgemacht und unterzeichnet.
00:35:23: Ich mein, das war zum Teil ein Witz aber die Leute, die somalische Piraten kannten, haben auch gewusst dass sobald sie einen Vertrages ausgeben dann werden sie mehr oder weniger daran behalten.
00:35:36: Aber die sind auch Businessmen!
00:35:38: Die sind auch Verhändler und Leute die eine bestimmte Trauer haben müssen wenn sie gegen so einem Vertrag, die sie selber ausgegeben haben, agieren.
00:35:54: Dann ist das natürlich ... dann ist es gefährlich für jeden.
00:36:00: Die wussten schon, dass an Milzer Einsatz geben könnte von den Amerikanern, hauptsächlich.
00:36:09: Also meine Mutter wusste ungefähr was in dem Front war und am Ende ... kamen die zwei Seiten zu einer Einigung für ... Eins, acht Millionen.
00:36:22: Aber am Ende war die Reportage, dass die Piraten eins, sechs bekommen haben.
00:36:29: Es war irgendwie auch ein Mittelmann dazwischen, der zweihunderttausend genommen hat
00:36:35: da.
00:36:35: Eins, sechs Millionen oder eins, acht Million Dollar und einen Vertrag mit Piraten?
00:36:42: Das ist ... dann der Weg in Michaels Freiheit gewesen.
00:36:48: Aber Michael konnte das nicht glauben, er hatte ja aufgehört zu hoffen über die Jahre hinweg und er hat ja oft gehört, Michael, in zwei Wochen kommst du frei!
00:36:59: Und dann ist es nicht passiert und deswegen glaubt er das auch dieses Mal nicht.
00:37:04: Also als ihm die Piraten sagen, Michael heute kommst Du frei?
00:37:08: Ist sein erster Instinkt erst mal ne.
00:37:11: Das ist eine Falle, das ist eine Lüge.
00:37:14: Das stimmt nicht.
00:37:15: Der Pirat, der draußen stand, hat gesagt Michael your car is here.
00:37:21: Also Michael dein Auto ist da.
00:37:23: So was heißt das für mein Auto?
00:37:25: Das verstehe ich nicht.
00:37:26: und dann haben sie alle gesagt ja du gehst heute jetzt frei.
00:37:31: Das habe ich auch nicht geglaubt.
00:37:33: Seit langem hab ich gedacht okay ich mache mir keine Hoffnungen auf Piraten-Aussagen basiert.
00:37:43: Das wäre dann irgendwie folter.
00:37:46: Ich konnte nicht jede zwei Wochen oder jeden Monat Hoffnung haben und dann Hoffnung verlieren, das ging gar nicht.
00:37:55: Und ich dachte also die werden vielleicht frei, die Wachmänner... ...und jetzt bin ich an einer anderen Gruppe vielleicht sogar Herr Schabbab verkauft wurden.. ..und jetzt geht es weiter in Somalia vielleicht noch ein Jahr.
00:38:11: Und dann haben tatsächlich die Wachmänner meine Hand geschüttelt.
00:38:16: Also viel Glück, ja danke und so.
00:38:21: Das geht nicht!
00:38:23: Dann haben sie mich tatsächlich in das Auto gesteckt.
00:38:27: Ohne dieses Mal eine große Piratenmannschaft ohne Gewähr, ohne dass mein Gesicht gebunden wird.
00:38:37: also ich konnte aus des Fenster schauen wo wir von dem Haus gefahren sind und dann durch Gaokaio.
00:38:45: Und ein bisschen außerhalb Gaokao haben wir ein anderes Auto getroffen, ich bin in einem weißes Auto gesteckt und irgendeinem Piratenboss glaube ich ist von dem Auto ausgekommen und dann in das erste Auto eingestiegen und dann war es allein mit einem einen jungenzimalischen Mann, der meinte, deine Mutter ist jetzt in Gagayoch.
00:39:13: Ich dachte, nein das geht auch nicht!
00:39:15: Kann jemand mir wenigstens eine wahre Sache erzählen?
00:39:21: Und dann hätte er tatsächlich eine Nummer in sein Handy getippt.
00:39:25: und wir waren dann unterwegs und da war plötzlich nicht nur meine Mutter auf dem Apparat sondern auch Bob.
00:39:35: Und ich sagte okay wo seid ihr
00:39:36: jetzt?!
00:39:36: Ja wir sind in Kalifornien Aber die wussten, dass der Fahrer in dem Auto die nächste wichtige Stufe war um meine Freiheit zu schaffen.
00:39:53: Das Auto befindet sich jetzt auf dem Weg zum Regionalflughafen wenn man so will
00:39:59: und da saß nur ein Flugzeug.
00:40:01: also das ist kein großer Flughafen.
00:40:04: in Gaukayo ja und zu der Zeit stand nur einen kleines Flugzeug und da stieg der Pilot aus, hat meine Kamera rausgenommen, mein Foto genommen.
00:40:17: Und er sagte vor your mother und ich sagte du musst mein Pilot sein!
00:40:22: Und das war er tatsächlich, der hieß Derrick, der ist ganz allein reingeflohen Sachen gemacht, sodass ich befreit werden konnte.
00:40:38: Und dann saßen wir auf dem Boden in einem Flughafen vielleicht eine halbe Stunde, zwanzig Minuten.
00:40:48: Es waren ein paar andere Somalis dort für nicht mehr Pikraten aber die haben gefragt können Sie vielleicht noch zwanzisch Minuten warten so dass wir ein Foto machen können?
00:41:00: Ich habe gesagt nein und Langsam hatten wir Erlaubnis von dem Tour, um weg zu pflegen.
00:41:08: Und in Derek's kleines Flugzeug sind wir weggeflogen.
00:41:17: Nach ungefähr drei Stunden haben wir in Mogadishu gelandet.
00:41:22: Das heißt ... In der erste Phase war ich noch nicht von Somaia frei.
00:41:30: Aber da gibt es einen großen Flughafen und da waren deutscher sowie amerikanischer Leute, Agenten.
00:41:41: Und nach zwanzig Minuten oder so, das ging ziemlich schnell, hat ein amerikanisches Flugzeug an Großes gelandet und da bin ich eingestiegen und dann sind wir nach Nairobi geflogen in Kenya – und dann war ich frei!
00:41:58: Nach neunhundert siebenundsiebzig Tagen ist Michael dann frei.
00:42:04: Erstmal in Nairobi habe ich das erfahren, ja?
00:42:06: Ich konnte richtig gut schlafen in einem Bett... ...ausso wegen Drogen, konnte sich durch die Nacht schlaven zum ersten Mal!
00:42:17: Ich konnte mich massieren, ich konnte mich gut duschen oder warm duschen.
00:42:23: Nee, also hinzumal gab es keine Dusche.
00:42:25: Es war nur... Wasser aus der Kanne über den Kopf und ein bisschen Seife vielleicht.
00:42:37: Gutes Essen und am Anfang ein Bier, das war schon schön!
00:42:44: Und das hat in den ersten Tagen meiner Befreiung sehr geholfen.
00:42:48: auch also wenn man erstens erstmal wieder wirklich genug zu essen bekommt ist es auch eine große Erleichterung.
00:42:59: natürlich
00:43:00: Gutes Essen, ein Bier eine Dusche das sind so Sachen die sehen wir alle als recht selbstverständlich an.
00:43:08: Für Michael ist es nach zweieinhalb Jahren wie des Paradies.
00:43:14: Trotzdem muss man sagen Das war auch alles verdammt überfordernd für ihn also Nach zwei und halb jahren in dieser Art von Alltag die er dann doch auch hatte und plötzlich wieder in dieses ganz andere Leben zu kommen, umgeben sein von Menschen die nicht mehr deine Feinde sind.
00:43:32: Die deine Sprache sprechen also das war ja auch mit den Piraten teilweise nicht so gegeben Und auch Menschen die sich um dich kümmern.
00:43:40: Also da prasselt so viel auf einen ein plötzlich wieder an diesem normalen leben Dass es total überfordernd sein kann.
00:43:49: Es gibt keinen Plan dafür.
00:43:51: Natürlich hat Jürgen geholfen, in dem ersten Jahr musste man natürlich viel trainieren um wieder die Kraft zu haben.
00:43:58: Das dauerte mindestens ein Jahr bevor ich wieder an dem alten physikalischen Kraft war aber dann auch nur ein Jahr muss man sagen.
00:44:11: Physikalisch war ich wieder gesund.
00:44:12: nach einem Jahr kann man sagen Und am Anfang konnte ich fast nicht laufen.
00:44:18: Ich konnte nicht nach einem Tram in Berlin mal rennen, das ging gar nicht!
00:44:24: Meine Knien haben weh getan, ich konnte nicht ... In den ersten Wochen konnte ich gar nicht so viel laufen.
00:44:32: Das ging gar nichts.
00:44:33: aber wieder stufenweise kam ich wieder zu meiner alten Stärke.
00:44:46: Psychologisch dauert das ein bisschen länger.
00:44:48: Man muss natürlich von dem Wut auf alles befreien und auflösen, aber es hat einfach mit den täglichen Leben zu tun und auch ein bisschen disziplin, dass alles wie gesagt emotional wegzuziehen.
00:45:06: Man darf nicht an alles so festkleben.
00:45:10: Und das muss man auch lernen!
00:45:12: Man muss durchdenken, man muss üben...
00:45:16: Tatsächlich hat sich dann aber nach einiger Zeit noch jemand anderes bei Michael gemeldet.
00:45:20: Der Pirat Baschko wurde nämlich inzwischen gefasst und in einen Gefängnis in den USA gebracht, und tatsächlich hat der mit Michael nochmal Kontakt aufgenommen.
00:45:34: Michael hätte ja allen Grund gehabt diesen Menschen zu hassen und nicht mit dem reden zu wollen oder Zweifel denen zu beschimpfen oder sonst was... Aber er hat sich für einen ganz anderen Weg entschieden.
00:45:46: Ich habe ihn in einem Brief geschrieben, ich wollte eigentlich ihn interviewen.
00:45:51: Ich wollte mit ihm reden und das dauerte ja.
00:45:56: wegen Bürokratie bei dem Gefängnis war es nicht möglich.
00:46:03: aber wenn ich ihn, wenn ich ihm geschrieben habe hatte er mich angerufen Und der war wie ein total anderer Mensch.
00:46:14: Der sprach mittlerweile ein bisschen besseres Englisch und er wollte auch nach Vergebnis fragen, also das war schon was.
00:46:25: Er hatte gemeint ... Ja, der Barschgoh von vorher existiert nicht mehr.
00:46:34: Das alles, was er gemacht hat zu dieser Zeit war Bullshit!
00:46:41: In dem Begriff habe ich auch verstanden, also unsere Conversation über Islam.
00:46:49: Das heißt er hatte eine total anderes Verständnis von ... Ich weiß nicht ob von seiner eigenen Religion oder von Leben überhaupt.
00:46:59: Aber der meinte zwölfenhalb Jahre kann er gut ... Da kommt er gut durch.
00:47:09: Er hat ein Verständnis dafür und der war nur dankbar, dass ich den Brief geschrieben habe.
00:47:17: Und er wollte von mir vergebnis hören.
00:47:22: Das war schon berührend weil nach der Zeit im Gefängnis darf er nicht in den Staaten bleiben.
00:47:28: das ist außer Frage.
00:47:30: also das heißt er wollte nicht irgendwie mich trägsen oder irgendwie noch einen Brief von mir bekommen.
00:47:40: Damit hat es nichts zu tun.
00:47:42: Aber genau das von einem Piratserhörern war irgendwie wichtig.
00:47:52: Ich mein, Vergebnis habe ich in meinem eigenen Kopf gemacht und das war für mich eine innere Befreiung.
00:48:00: tatsächlich aber irgendwie ... In der großen Welt als zu machen ist schon was anderes.
00:48:09: wenigstens das Auszugrück zu drücken, das war schon.
00:48:14: Oder von Bosch-Go, das direktzuhören, dass... Das war schon
00:48:23: wichtig.".
00:48:24: Ich bin einfach immer noch sprachlos wie gut Michael Struppmann mit dieser Situation umgeht und wir erwachsen!
00:48:32: Also wie du meintest er hätte jeden Grund diesen Baschstur zu verteufeln und sagt es war für ihn eine innere Befreiung diese Entschuldigung von ihm zu hören.
00:48:43: Also ich muss wirklich gestehen, dass es einer der Geschichten die mich glaube ich am meisten bewegt haben seitdem ich jetzt hier für Galileo arbeite.
00:48:52: also was Michael erlebt hat das kann man sich glaube nicht vorstellen als ich sage mal normaler Mensch.
00:49:00: Total!
00:49:01: Also ich habe auch das Gefühl diese Geschichte diesen Mensch dieses Interview Darin werde ich mich noch ganz lange erinnern.
00:49:10: Das macht immer noch viel, das auch zu hören und es ist ja auch wirklich so ein ganz harter Reality-Check gewesen wenn man Michaels Erlebnis auch mit dem Bild vergleicht was viele und da kann ich mich gar nicht ausnehmen von Piraten haben.
00:49:29: also Ich denke der Anflug der Karibik Und an charmante Filmfreibäuter.
00:49:37: Dann kommt diese Geschichte und man lernt halt auf ganz grausame Art kennen, was Piraten eigentlich sind.
00:49:47: Das ist ja auch so ein bisschen der Gegensatz, der sich durch das ganze Projekt bei uns zieht und der ja auch den Film am Ende total prägt.
00:49:57: Also ich muss auch sagen, ich finde das unvorstellbar wie Michael damit umgegangen ist.
00:50:01: Wie er das so eine lange Zeit aushalten konnte... Das ist schon wirklich total!
00:50:07: Krass.
00:50:07: Und was wir euch am Ende natürlich jetzt noch ans Herz lehnen wollen, ist dieser Explorer-Piraten.
00:50:12: Weil da haben Anita und ich nochmal auf andere Weise versucht die Geschichte von Michael Scott Moore zur Zeit und zwar auch mit Bildern.
00:50:21: Genau!
00:50:21: Also es ist total beeindruckend ihn auch zu sehen.
00:50:24: also es gibt ja auch Originalaufnahmen aus der Zeit und auch dieses Lösegeldvideo Da lohnt sich ein Blick rein.
00:50:31: und man muss auch sagen für alle, die trotzdem natürlich den Piraten Mythos und die Abenteurer der Meere sehen wollen.
00:50:39: Auch für die ist was dabei, weil wir eben ganz stark diesen Gegensatz in dem Explorer kennenlernen.
00:50:46: Genau!
00:50:47: Aber das war soweit die Geschichte von Michael Scott Moore.
00:50:51: Wir bedanken uns bis zu hören.
00:50:53: Dann Tschüss Bis zum nächsten
00:50:54: Mal.
00:50:55: Ciao Alleineo Podcast.
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