Wohnen im Jahr 2050: Wenn dein Klo mehr weiß als dein Arzt
Shownotes
Kein Schlüssel, kein Lichtschalter, kein Pardon: Galileo macht den Realitätscheck im Jahr 2050. Wir haben ein Haus mit der Technik von morgen vollgestopft und zwei Familien darin „ausgesetzt“. Erlebe mit, wie die skeptischen Best Ager Marlene und Thomas an einer KI-gesteuerten Haustür verzweifeln, warum ein 100.000-Euro-Roboter für Angstschweiß sorgt und weshalb das Licht nachts einfach nicht ausgehen will. Zwischen High-Tech-Wellness in der Kreislaufdusche und dem Kampf mit dem Kochroboter stellt sich eine alles entscheidende Frage: Macht uns diese Technik das Leben wirklich leichter – oder nur komplizierter?
Das Haus der Zukunft zum Gucken gibts hier: https://www.joyn.de/serien/das-galileo-haus-der-zukunft
Transkript anzeigen
00:00:01: Stell dir vor, du stehst voll bepackt vor deiner Haustür.
00:00:04: Die Einkaufstüten schneiden in die Hände.
00:00:06: Es regnet vielleicht sogar.
00:00:08: Und jetzt kommt dieser eine nervige Moment.
00:00:12: Das Wühlen nach dem Schlüssel.
00:00:14: Wo ist er?
00:00:15: Jackentaschen?
00:00:16: Hose?
00:00:17: Ganz unten im Rucksack.
00:00:20: Im Jahr two-tausend-fünfzig gibt es diesen Moment nicht mehr.
00:00:25: Da schaust du deine Haustür einfach nur an und klick, sie schwind auf.
00:00:29: Weil dein Haus weiß, wer du bist.
00:00:37: Wir nehmen euch heute mit in ein Experiment der Superlative.
00:00:41: Wir wollen nicht nur theoretisch über die Zukunft reden, wir haben sie gebaut.
00:00:46: Zusammen mit Experten haben wir ein ganz normales Fertighaus komplett entkernt und mit Technik vollgestopft, die man so heute noch gar nicht kaufen kann.
00:00:56: Die große Frage dabei, kann man darin wirklich wohnen?
00:00:59: Oder geht einem die Technik nach zwei Stunden nur noch auf die Nerven.
00:01:03: Zwei Familien wagen den Test und ziehen für vierundzwanzig Stunden ein.
00:01:08: Da ist Familie Wagner, eine Social-Mediaaffine-Familie aus Wien.
00:01:13: Und wir haben das Ehepaarach.
00:01:15: Klassische Best-Ager.
00:01:17: Die beiden sind skeptisch.
00:01:19: Sehr skeptisch.
00:01:21: Der Realitätscheck beginnt direkt an der Schwelle.
00:01:23: Und schon da zeigt sich, die Zukunft ist ... Naja, manchmal etwas eigenwillig.
00:01:30: Die Haustür der Zukunft.
00:01:32: Vergess Schlüssel.
00:01:33: Vergess Zahlencodes.
00:01:35: Alles, was du brauchst, ist dein Gesicht.
00:01:38: Die smarte Tür scant dich per drei D-Erkennung.
00:01:41: Sensoren vermessen deine Gesichtszüge.
00:01:43: Ein Motor surrt, die Verriegelung springt auf.
00:01:46: Sesam öffne dich, zwei Punkt Null.
00:01:50: In der Theorie revolutionär.
00:01:51: Nie wieder aussperren, nie wieder Schlüssel suchen.
00:01:55: Aber klappt das auch, wenn man einfach nur schnell rein will?
00:01:58: Das Ehepaar Rach steht vor der verschlossenen Tür und sucht vergeblich nach einem Schlüsseloch.
00:02:04: Hast du ein Hausdurchschlüssel?
00:02:05: Nein, hab ich nicht.
00:02:06: Ich
00:02:06: auch nicht.
00:02:07: Jetzt gucken wir mal, wie kommen wir hier rein.
00:02:09: Ein
00:02:09: Kot haben wir aber auch nicht, ne?
00:02:12: Nee, aber ich glaub, das geht mit Augen, oder?
00:02:15: Kein Tastenfeld, kein Griff, nur ein strenger Blick in die Kamera.
00:02:20: Ich kann mir nicht vorstellen, wie das jetzt funktioniert.
00:02:22: Plötzlich ging die Tour von allein auf.
00:02:24: Ich hab gedacht, ich müsste einen Kot drücken oder so.
00:02:26: Ich hab aber gesehen, wir müssen mit den Augen hinschauen.
00:02:29: Finde ich einfach
00:02:30: top.
00:02:30: Familie Wagner hat da etwas mehr Startschwierigkeiten.
00:02:34: Da wird diskutiert, gestikuliert und gezweifelt.
00:02:38: Hallo?
00:02:39: Du darfst noch nicht rein.
00:02:41: Du darfst
00:02:43: nicht rein.
00:02:44: Schau.
00:02:45: Schau.
00:02:46: Ja, warte,
00:02:47: du hast
00:02:47: jetzt Finger oder was?
00:02:48: So ein Gesicht.
00:02:49: Aber kaum ist das Prinzip verstanden, sieht man sofort den Nutzen.
00:02:53: Vor allem wenn man vergessliche Teenager im Haus hat.
00:02:57: Extrem praktisch, weil dann wird der Milo nicht so oft vor der Haustür sieht, dass man den Schlüssel vergisst.
00:03:01: Ja,
00:03:01: das passiert bei uns wirklich oft.
00:03:02: Ja, das
00:03:03: passiert ungefähr zwei Mal im Monat.
00:03:05: Das sind zwei Stunden vor der Haustür.
00:03:06: Das ist optimal.
00:03:07: Drinnen angekommen wartet aber direkt der nächste Kulturschock.
00:03:11: Im Flur steht ein Roboter.
00:03:14: Ein echtes Ungetüm.
00:03:15: Kostenpunkt fast hunderttausend Euro.
00:03:18: Seine einzige Aufgabe, er soll höflich die Jacken abnehmen.
00:03:23: Allerdings, das Design erinnert weniger an einen Butler, sondern eher an eine Industriemaschine.
00:03:29: Guck mal, du hast keinen Einfluss.
00:03:31: Der drauf, das mag ich nicht.
00:03:33: Oh, der will unsere Jacken.
00:03:34: Der will
00:03:34: mich knutschen.
00:03:35: Nein, der will unsere Jacken.
00:03:37: Ich?
00:03:37: Ja, der will unsere Jacken.
00:03:39: Glaub mal's.
00:03:40: Boah.
00:03:41: Mach du erst.
00:03:43: Brauche ich doch kein
00:03:44: Problem.
00:03:50: So.
00:03:50: Jetzt kannst du wieder gehen.
00:03:52: Malene, Thomas und der Roboter.
00:03:55: Das war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick.
00:03:59: Genau hier lernen wir die erste Lektion unseres Experiments.
00:04:03: Der Roboter scheitert nicht an der Technik.
00:04:06: Er scheitert an uns Menschen.
00:04:08: Er ist zu laut, zu groß, zu unberechenbar.
00:04:11: Technologie kann noch so viel können.
00:04:13: Wenn sie sich nicht gut anfühlt, wollen wir sie nicht haben.
00:04:16: Die Küche der Zukunft.
00:04:19: Weiter geht's ins Herz des Hauses.
00:04:21: Die Küche.
00:04:22: Wie kochen wir?
00:04:24: Die Antworten unseres Experten, wir kochen unsichtbar.
00:04:28: Vergesst das schwarze Zerranfeld, das immer im Weg ist.
00:04:31: Hier ist die Arbeitsplatte der Herd, Induktion unter der Oberfläche.
00:04:36: Man sieht nichts, aber das Wasser kocht trotzdem.
00:04:39: Dadurch gewinnt man massiv Arbeitsfläche.
00:04:42: Smart Home-Experte Simon Oberstedt erklärt, warum das mehr ist als nur eine Spielerei.
00:04:47: Gerade wenn man in die Küche guckt, hat man immer diese eine Fläche, die komplett vom Zerranfeld, Induktionsfeld, wie auch immer, blockiert ist.
00:04:54: Dadurch hat man die Möglichkeit, diese Fläche auch noch anders zu nutzen.
00:04:57: Aber das ist noch nicht alles.
00:04:59: Für die Tage, an denen man gar keine Lust hat, steht da noch ein Kollege bereit, ein Kochroboter.
00:05:05: Er verspricht Gerichte auf Sterneniveau, vollautomatisch.
00:05:10: Klingt traumhaft, oder?
00:05:12: Aber als Familie Wagner die Küche betritt, ist die Verwirrung erst mal groß.
00:05:16: Wolfgang sucht verzweifelt den Herd.
00:05:19: Und jetzt brauchen
00:05:23: wir ...
00:05:24: Den Herd.
00:05:26: Dann wo ist der?
00:05:27: Das ist eine gute Frage.
00:05:28: Da müssen wir zuchen.
00:05:29: Ich muss nicht mehr kochen.
00:05:30: Noch bestellen?
00:05:33: Ja, aber das mal gar nicht mehr kocht.
00:05:34: In der Zukunft finde ich komisch.
00:05:37: Da kannst du mal fix alles eingehen, was Kochen wiebs machen wiebs.
00:05:42: Das?
00:05:43: Das?
00:05:43: Das?
00:05:44: Das ist der Ofen.
00:05:44: Ja, da wird schon wärmer.
00:05:47: Jetzt wird's spannend.
00:05:48: Sohn Milo hat dann den richtigen Riecher.
00:05:51: Oder besser gesagt, das richtige Gefühl für Wärme.
00:05:54: Es kann auch sein, dass wir das tun machen, was ein Daumen
00:05:56: heiß wird.
00:05:58: Das
00:05:58: kann auch sein, aber wir können's ja probieren.
00:06:01: Ist das sicher, dass das jetzt heiß wird, das kann man nicht vorstellen.
00:06:05: Also, wirklich.
00:06:06: Wir
00:06:10: haben jetzt richtig, richtig cool, wenn das zum Brutzeln anfängt.
00:06:16: Jetzt will er aber wärmer.
00:06:17: Währenddessen testen Marlene und Thomas den Kochroboter.
00:06:21: Es soll ein cremiges Gemüserisotto geben.
00:06:23: Das Versprechen der Werbung wäre, Füße hochlegen, Roboter kochen lassen.
00:06:29: Die Realität im Jahr ist aber eher so aus.
00:06:35: Fünfunddreißig kam natives
00:06:37: Olivenöl extra hinzu.
00:06:40: Weiter.
00:06:42: Das kannst du nicht alles merken.
00:06:45: Statt Freizeit gibt es Akkordarbeit.
00:06:48: Jede Zutat muss einzeln gewogen, geschnitten und in Fächer gefüllt werden.
00:06:53: Das fühlt sich weniger nach Sterneküche und mehr nach Chemielabor an.
00:06:57: Ich hab keine Lust mehr.
00:06:59: Ich streike jetzt.
00:07:00: Neuer Behälter?
00:07:01: Nee, jetzt muss ich wieder.
00:07:03: Ich glaub, dann kann man füllen.
00:07:05: Oder müssen wir das erst wiegen, ich weiß es nicht.
00:07:08: Stellen drauf, Tara.
00:07:12: Das mach ich immer verkehrt.
00:07:14: Siehst, das wär mir schon zu viel gespraddelt.
00:07:17: Aber Geduld zahlt sich aus.
00:07:19: Irgendwann brummt die Maschine, es duftet und das Risotto landet auf dem Teller.
00:07:24: Kann das Ergebnis den Stresswett machen?
00:07:26: Ich bin mal gespannt, wenn das ganz fertig ist.
00:07:30: Da ist der Reich.
00:07:32: Da haut es mich doch vom Hocker, oder?
00:07:35: Ich bräuchte keinen Essen, wo ich vorher schon einen Schlag krieg.
00:07:38: Und?
00:07:39: Ich schmeckt ... Perfetto.
00:07:41: Nee, das glaub ich jetzt dann.
00:07:43: Doch!
00:07:43: Dann kriegst du das jeden Tag, wenn du zu trocken
00:07:46: ist.
00:07:47: Schmeckt also doch.
00:07:48: Harry Gatterer ist Zukunftsforscher und hat das Projekt geleitet.
00:07:53: Er glaubt nicht, dass wir das Kochen ganz aufgeben, es wird sich nur verändern.
00:07:57: Alltagskochen an vielen Stellen können wir auch durch Kochroboter ersetzen.
00:08:02: Zwanzig, fünfzig, kein Problem.
00:08:05: Und trotzdem wird das Kochen ... dass auch Lustvolle kochen.
00:08:09: Nicht
00:08:10: verschwinden im Gegenteil.
00:08:11: Es wird meines Erachtens noch mehr zelebriert werden.
00:08:14: Unser Zwischenfazit zur Küche.
00:08:17: Technik nimmt uns Arbeit ab.
00:08:19: Aber sie nimmt uns auch die Kontrolle.
00:08:22: Manchmal macht sie aus einem einfachen Risotto eine Wissenschaft für sich.
00:08:26: Das Bad der Zukunft.
00:08:29: Treppe rauf ab ins Badezimmer.
00:08:31: Normalerweise macht man hier zwei Dinge.
00:08:34: Duschen und den Rest.
00:08:37: Im Jahr ist das Bad aber eher eine Mischung aus Wellness-Tempel, Arztpraxis und Fitnessstudio.
00:08:44: Drei Dinge stechen sofort ins Auge.
00:08:47: Erstens die Kreislaufdusche.
00:08:49: Sie recycelt das Wasser live, während du drunter stehst.
00:08:53: Zweitens ein Spiegel, der dich beim Training anbrüllt im positiven Sinne.
00:08:58: Und drittens eine Toilette, die mehr über deine Gesundheit weiß als dein Hausarzt.
00:09:03: Bleiben wir kurz bei der Dusche.
00:09:05: Normalerweise ballern wir bei jedem Duschgang über einhundert Liter Trinkwasser in den Kanal.
00:09:10: Weg für immer.
00:09:12: Die Kreislaufdusche ist schlauer.
00:09:14: Das Wasser wird aufgefangen, gefiltert, gereinigt und kommt sofort wieder oben raus.
00:09:19: Das bedeutet, endlos warm duschen, fast ohne Wasserverbrauch.
00:09:24: Luxus trifft Nachhaltigkeit.
00:09:27: Für Simone von Familie Wagner ist das ein Traum.
00:09:30: Sie ist bekennende Langduscherin.
00:09:33: Ich dusche wirklich sehr lange.
00:09:35: Das ohne Limit klingt gut.
00:09:36: jetzt nicht ohne Limit, aber ich dusche zu Hause schon sehr
00:09:38: gern lang.
00:09:44: Die Dusche war sehr angenehm und ohne schlechten Gewissen.
00:09:51: Und dann kommen wir zum Stillenörtchen.
00:09:54: Wobei es so still gar nicht ist, es ist eine medizinische Überwachungsstation.
00:09:59: Malene und Thomas stehen davor und entdecken eine mysteriöse Öffnung in der Keramik.
00:10:05: Oh, guck mal.
00:10:07: Das ist ne fünf Sterne Toilette.
00:10:12: Was ist das?
00:10:14: Oh, das sind Magnete oder was das ist.
00:10:17: Guck mal,
00:10:19: war
00:10:20: drin.
00:10:21: Wenn sich drauf sitzt, wird der Blutdruck gemessen.
00:10:25: Teils, teils, würd ich sagen.
00:10:26: Bist du länger drin als ich?
00:10:28: Klingt nach Science-Fiction, ist aber machbar.
00:10:31: Sensoren messen Herzfrequenz, Vitaminspiegel, pH-Wert und Stoffwechsel.
00:10:36: Alles voll automatisch beim Geschäft.
00:10:40: Die Daten landen dann direkt auf dem Handy.
00:10:42: Dein Klo wird zum Gesundheitscoach.
00:10:45: Thomas wagt den Selbstversuch.
00:10:47: Hose runter für die Wissenschaft.
00:10:50: Normaler Sinus-Rhythmus, keine Auffälligkeiten festgestellt.
00:10:54: Dann kannst du dich jetzt weiter ärgern.
00:10:56: Du brauchst da keinen Kopf zu machen?
00:10:59: Nein,
00:10:59: mein Schatz.
00:11:00: Die Frage ist nur, wollen wir das?
00:11:03: Wollen wir so gläsern sein, selbst im intimsten Moment des Tages?
00:11:08: Zukunftforscher Harry Gattara sagt, ja, weil wir die Verantwortung für unsere Gesundheit zurückholen.
00:11:15: Gesundheit wird tatsächlich in vielen Bereichen wieder ... zu uns zurückkommen.
00:11:21: Wir kommen aus einer Ära, wo wir die Gesundheit beim Doktor abgegeben haben.
00:11:25: Aber das kommt wieder zurück.
00:11:26: Die Verantwortung für die eigene Gesundheit werden wir mehr und mehr selbst übernehmen.
00:11:30: Und da brauche ich eben auch zu Hause dieses Umfeld, dass das kann.
00:11:34: Thomas sieht das pragmatischer und ein bisschen besorgter.
00:11:38: Ich bin da schon ein bisschen skeptisch, dass das irgendwie aufgezeichnet wird oder irgendwie wo gespeichert wird.
00:11:45: Weil das Schlafzimmer gehört normalerweise dem Ehepaar und schon keinem anderen.
00:11:50: Und da haben wir es wieder.
00:11:52: Der ewige Kampf zwischen Komfort und Privatsphäre.
00:11:55: Das Haus kann uns retten, aber nur wenn wir es auch lassen.
00:11:59: Das Schlafzimmer der Zukunft.
00:12:01: Vom Bad direkt ins Schlafzimmer.
00:12:03: Wobei, wenn man reinkommt, sieht man erst mal nichts.
00:12:07: Kein Bett, nur viel Platz.
00:12:10: Der Grund ist das Hubbett.
00:12:12: Es schwebt tagsüber unsichtbar unter der Decke.
00:12:15: Unten drunter hast du Platz für Juga, Homeoffice oder was auch immer.
00:12:21: Abends fährt es dann runter.
00:12:23: Platz sparen ist das große Thema der Zukunft.
00:12:26: Wolfgang probiert das Ganze aus.
00:12:29: Das Bett braucht man tagsüber eigentlich gar nicht, um Platz zu sparen.
00:12:33: Kann man es im Schlafzimmer der Zukunft einfach aus dem Weg fahren.
00:12:36: Das ist eine richtig coole Idee.
00:12:40: Das Bett kommt von oben.
00:12:42: Herrlich, herrlich, herrlich, wirklich, herrlich.
00:12:45: Die Matratze selbst ist natürlich auch smart.
00:12:48: Sie merkt, ob du schläfst, wie tief du schläfst.
00:12:51: Und wenn du schneißt, hebt sie dich sanft an, damit Ruhe ist.
00:12:55: Zumindest in der Theorie.
00:12:57: In der Praxis scheitert die Nachtruhe bei Marlene und Thomas aber an etwas ganz banalem, dem Lichtschalter.
00:13:03: Oder besser gesagt dem Feelen davon.
00:13:06: Aber das Problem?
00:13:08: Marlene und Thomas kommen nicht richtig rein ins Schlafzimmer.
00:13:12: Schlimmster war bei uns, ging es nicht aus.
00:13:14: Erst war es dunkel.
00:13:17: Jetzt kannst du abschalten.
00:13:19: Eine halbe Stunde muss ich zur Toilette.
00:13:21: Ich mach die Tür auf.
00:13:23: Da ging alles an.
00:13:25: Dann hab ich gesagt, sie soll alles ausmachen.
00:13:28: Dann fing die an zu quatschen und hat nicht mehr aufgekauft.
00:13:31: Das klingt lustig, ist aber nachts um drei der Horror.
00:13:35: Die KI hat das Kommando Licht aus einfach ignoriert.
00:13:39: Statt Dunkelheit gab es Diskussionen mit dem Haus.
00:13:42: Lektion der Nacht.
00:13:43: Ein smarter Lichtschalter ist dumm, wenn er nicht funktioniert.
00:13:47: Sicherheit und extra Features.
00:13:50: Bevor wir ausziehen, müssen wir noch über die Gadgets sprechen, die ihr nach James Bond klingen.
00:13:55: Im Vorgarten wartet kein Dackel, sondern eine Wachhunddrohne.
00:13:59: Sie patrouilliert, erkennt Menschen, Tiere und Autos und streamt alles live.
00:14:05: Kostenpunkt, Schlappe, thirty-six-tausend Euro im Jahr.
00:14:09: Nur Liesing versteht sich.
00:14:11: Simone schlüpft in die Rolle der Einbrecherin.
00:14:14: Ich glaub, ich hab keine Chance.
00:14:16: Wir haben hier eine Überwachungsdrohne,
00:14:18: die
00:14:19: im Einbruchsversuch anfängt, das Haus aus der Luft zu überwachen.
00:14:23: Sollte als jemand versuchen einzubrechen,
00:14:26: erwischt die
00:14:26: Drohne in sofort.
00:14:28: Und drinnen?
00:14:29: Da steht ein Fernseher, durch den man durchschauen kann.
00:14:32: Siebenundsiebzig Zoll, transparent wie eine Glasscheibe.
00:14:36: Ausgeschaltet ein Aquarium ohne Fische.
00:14:39: Eingeschaltet Kino-Qualität.
00:14:42: Das ist jetzt ein Aquarium, der nur vergessen Fische zu kaufen.
00:14:46: Der
00:14:46: ist kein Aquarium, da liegt der Fanbedienung, das ist was anderes.
00:14:50: Du stehst vor einem siebenundsiebzig Zoll großen, transparen Fenster.
00:14:56: Was?
00:14:57: Und für das echte Kino-Feeling.
00:15:00: So, fährt per Knopfdruck
00:15:04: eine
00:15:04: schwarze Leinwand hinter dem Bildschirm.
00:15:07: Das wäre jetzt eine Erfindung.
00:15:09: Es wird teuer, die wollte ich auch haben.
00:15:11: Aber ich finde, da hat es nicht so ein schwaches Ding an der Wand.
00:15:15: Die vierundzwanzig Stunden sind um.
00:15:17: Unsere Testbewohner packen ihre Koffer.
00:15:19: Und was bleibt von diesem Ausflug ins Jahr?
00:15:24: Erstens, die Zukunft ist bequem, aber sie ist verdammt komplex.
00:15:29: Zweitens, nichts ist frustrierender als eine intelligente KI, die sich dumm stellt.
00:15:35: Wenn das Licht nicht ausgeht, hilft ihr auch der beste Kochroboter nicht.
00:15:40: Und drittens, manches ist Spielerei.
00:15:42: Aber Dinge wie die Kreislaufdusche oder Gesundheitschecks im Bad können unser Leben wirklich besser machen.
00:15:49: Malene hat ihr ganz eigenes Fazit gezogen.
00:15:52: Zu Hause ... Dann freust du dich am liebsten alleine.
00:15:56: Er darf neben mir sitzen, aber er muss ruhig sein.
00:15:59: Wir werden in Zukunft vielleicht weniger Platz haben und weniger Privatsphäre.
00:16:04: Aber wenn wir die Technik richtig einsetzen, leben wir vielleicht gesünder und nachhaltiger.
00:16:11: Das war unser Experiment im Galileo-Haus der Zukunft.
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