Rentierreiten für den Respekt

Shownotes

Mission Wildnis für Johannes Musial: Mongolische Taiga – minus 25 Grad und ein Rentierrennen, um sich den Respekt und die Anerkennung der Nomadenfamilie zu erarbeiten. Ob er es geschafft hat und was es ihn gekostet hat, was ihm auf dem Weg widerfahren ist und was er gelernt hat - all das wollen wir von ihm hören, jetzt in einer neuen Folge – Galileo-Experience.

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00:00:01: Die erste Nacht hier war bestimmt eine der schlimmsten Nächte, die ich jemals hatte, weil es war selbst in Zelt so kalt.

00:00:07: Bock!

00:00:09: Ich hab keinen Bock mehr, ey.

00:00:11: Auf dem Rentier zu sitzen, während wir oben gezogen sind durch diese Natur, das war definitiv einer der schönsten Momente meines Lebens.

00:00:20: Diese drei O-Töne zeigen ganz gut Johannes Reise mit Höhen und Tiefen.

00:00:24: Seine Emission wilden es, mongolische Tiger.

00:00:27: Minus zwanzig Grad und ein Rentierrennen, an dem er teilgenommen hat, um sich den Respekt und die Anerkennung der Nomadenfamilie zu erarbeiten.

00:00:35: Ob er es geschafft hat, was es ihm gekostet hat, was ihm auf dem Weg widerfahren ist und was er gelernt hat, all das wollen wir jetzt von ihm hören in einer neuen Folge Galileo Experience.

00:00:47: Hören nun und verstehen,

00:00:49: die Galileo Podcast.

00:00:53: Willkommen Johannes.

00:00:54: Von wo scheitest du dich zu?

00:00:56: Sag mal

00:00:57: aus meinem Wohnzimmer.

00:00:58: Es ist angenehm warm.

00:01:01: Ich laufe gerade nicht Gefahr, von dem Stuhl runter zu fallen.

00:01:05: Wir sind eben schon beim Intro ganz viele Emotionen wieder hochgekommen.

00:01:09: Das habe ich in der Zeit dazwischen fast schon wieder vergessen.

00:01:13: Aber man sieht es ganz gut, das war wirklich eine komplett beeindruckende Reise.

00:01:18: Sehr viele Höhen, einige Tiefen.

00:01:21: Ich habe die Sachen rausgesucht, weil ich so faszinierend fand.

00:01:23: Am einen Tag sagst du, das ist die schlimmste Nacht meines Lebens.

00:01:27: Und am nächsten Tag sagst, oder keine Ahnung, drei Tage später, vier Tage später sagst du, das ist das Schönste, da liegt mir das nicht lange hatte.

00:01:33: Und ich glaube, eine Reise zu haben, in dem beide Sachen so elementar und so tief auf einen einwirken, das ist schon beeindruckend.

00:01:42: Ich habe drei Sachen rausgesucht, nämlich ich habe dich ehrgeizig, ehrlich und emotional genannt.

00:01:48: Und nicht nur, dass das eine Alliteration ist und ich ehe es sehr gerne mag, ich hoffe du auch, sondern das sind auch die Sachen, die ich mit der Verbinde, also... Und auch das, all das, was ich in diesem Beitrag von dir so gesehen habe und mitbekommen habe.

00:02:01: Und ich würde so gerne wissen, ob ich damit schon richtig liege und wo es passt.

00:02:06: Und was ich mich gefragt habe, ist, haben dir diese drei Eigenschaften, wenn ich sie dann richtig beinahe, geholfen oder nicht?

00:02:14: Also erst mal, wenn das so losgeht, komme ich hier gerne jede Woche in dem Podcast.

00:02:18: Ja, kannst du mich jede Woche anrufen.

00:02:19: Ich mache dir jeden Tag ein Kompliment.

00:02:21: Ganz

00:02:21: wahr ums Herz.

00:02:22: Ich würde das vielleicht gerne auch noch mal schriftlich im Nachhinein haben, falls ich das...

00:02:24: Gerne.

00:02:25: nochmal brauche.

00:02:29: ich

00:02:29: empfinde ich selbst immer sehr als ich hab Bock.

00:02:33: Sachen zu erleben haben wir sicherlich alle aber ich bin so auch jemand der viel zu schnell ja sagt.

00:02:41: also wenn du mir sagst ey wollen wir da drüber hinfahren und dann springst du über eine fünf und ein halb Meter tiefe klippe dann sag ich erst mal ja und wenn ich an der klippe stehe sage ich ah ja ach das also ich liebe schon krass das Leben und liebe es, wenn es Emotionen gibt.

00:03:01: Natürlich gerne eher positiv, aber ich glaube, um direkt an den Anfang deiner Frage zu kommen, das hängt vielleicht auch zusammen.

00:03:09: Also dadurch, dass ich gesagt habe, das war die schlimmste Nacht meines Lebens.

00:03:12: Es hat mich echt teilweise richtig fertig gemacht und auch das Team diese Reise, die war so herausfordernd.

00:03:18: Aber vermutlich hat das auch dann geholfen in anderen Momenten diese ... Emotionen zu fühlen, weil wir ja eben nicht einfach mal kurz mit der S-Bahn rausgefahren bist oder das erlebt hast, sondern wir einfach eine ganz, ganz krasse Anreise dafür hatten.

00:03:33: Und um deine Frage wirklich zu beantworten, mir ist wichtig, ehrlich zu sein und auch mir den Menschen vor Ort ehrlich zu sein.

00:03:40: Mir ist wichtig, dass wir ehrliche Filme machen.

00:03:43: Und mir ist es wichtig und ich glaube, das habe ich sehr auch über die Reisen tatsächlich für Galileo gelernt, so emotional zu sein.

00:03:50: Also wirklich auch meine Freude zuzulasten.

00:03:53: und richtig im Moment zu sein.

00:03:57: Und ich würde immer, wenn ich Leuten sage, als allerhöchste Eigenschaft voransetzten Empathie, ich mir das Empathie total wichtig und ich würde im Haupten hätten wir alle auf der Welt mehr Empathie, dann wäre das ein ganz anderer Planet.

00:04:11: Also es wäre außerdem noch mit E gewesen, warum habe ich denn darauf nicht gekommen, ich hätte auch vier Begriffe nennen können, aber immer die habe ich dir am letzten mal schon attestiert, wenn du dich erinnerst, da haben wir bei den Evangelikalen gesprochen und da war es auch schon, dass ich das gewillerte, dass du dich sehr gut in Menschen hineinversetzen kannst.

00:04:26: Du hattest jetzt eine Aufgabe.

00:04:29: Kannst du dich noch erinnern, wie es war, als du dich gebucht haben für dieses Ding, gesagt haben, bitte, Johannes, du musst es für uns machen.

00:04:35: Also haben die dir gleich gesagt, minus zwanzig Grad, Mongolische Steppe und du musst Tiere reiten, die du noch nicht kennst.

00:04:42: Nein, das ist ja vielleicht auch, das muss man dazu sagen, für alle,

00:04:47: die das nicht wie

00:04:48: wir als Arbeit machen, das ist manchmal so ein bisschen häppchenweise.

00:04:53: Da wird gesagt, hey, Mongolei, Rentinomaden.

00:04:57: Da hab ich noch gedacht.

00:04:58: Ja klar, Rentierreiten.

00:05:00: Logisch.

00:05:01: Hab ja letztes Jahr schon beim Kamelrennen mitgemacht.

00:05:03: Warum dann nicht auch ein Rentierrennen?

00:05:06: Das ist mittlerweile die Welt, in der ich lebe, wo man wirklich so absurde Sachen gesagt bekommt und man denkt, ja, spannend auf jeden Fall.

00:05:15: Ja.

00:05:16: Und dann nach und nach hieß es dann, ja, es ist jetzt Winter.

00:05:20: Ach, es wird auch schon schneien.

00:05:22: Alle Leute vor Ort sagen, so minus twenty-fünf Grad, also wir sollten uns das sehr warm anziehen.

00:05:27: Ach ja, und wir schlafen in einem Zelt.

00:05:29: Ja, und mit der Heizung, also die gibt es auch nicht im Zelt.

00:05:33: Wann haben die dir das gesagt?

00:05:34: Warte ich noch einen Weg.

00:05:36: Das heißt... Nee, das haben

00:05:36: die Eindruck vorher gesagt.

00:05:37: Ich habe noch wirklich die Woche vor Abreise bin ich durch die Leben hier gerannt und habe mir Schuhe,

00:05:45: Handschuhe

00:05:45: so extra Laden geholt.

00:05:47: Und Spoiler, das war absolut notwendig.

00:05:51: Ja, glaube ich, das sofort.

00:05:53: Wollen wir starten mit dem Flug?

00:05:55: Also das heißt, ihr habt euch in Berlin in den Flieger gesetzt und dann seid ihr losgeflogen.

00:06:01: Wie lange wart ihr unterwegs?

00:06:04: An sich dauert es gar nicht so lange, um in die Mongolei zu kommen.

00:06:08: Also in die Hauptstadt nach Ulanbator kommt man mit einem Dirextflug von Frankfurt.

00:06:12: Das sind so acht, neun Stunden.

00:06:14: Okay.

00:06:15: Aber dann wird es halt schwierig.

00:06:18: Die Mongolei ist ja das am dümmsten besiedelndste Land der Welt und... die Leute leben in ein paar größeren Ortschaften, wir würden es wahrscheinlich nicht mal Städte nennen.

00:06:29: Und da kommt man entweder mit einem Bus, wenn man wirklich, wirklich lange fahren will über die paar Straßen, die es gibt, oder eben wie wir dann mit einem Inlandsflieger.

00:06:37: Also wir sind sehr früh am Morgen angekommen, dann habe ich mich erstmal vor das Café auf so eine Bank gelegt, nochmal drei Stunden geschlafen und dann sind wir ja mit dem Flieger einmal ans andere Ende vom Land, weil der Geflogen ist wie so ein Bus.

00:06:51: da Leute abgesetzt hat und dann hat er uns in einer der größeren Städte Marönen abgesetzt und von dort sind wir dann zwei Tage lang mit so einem russischen Auto, also wirklich einem außerzeit gefallenen Wern durch die Landschaft gefahren und das hat in der Zwischenzeit eben geschneit.

00:07:09: Es war alles weiß.

00:07:10: Straßen waren nur noch daran erkennbar, dass ... dort eben der Fahrweg so eingeibnet war.

00:07:16: Also und vielleicht ab und zu einen Straßenschildstand.

00:07:18: Aber auch die hat unser Fahrer dann relativ schnell verlassen und ist einfach quer durch die Landschaft geschossen.

00:07:23: Das heißt, du musst dir vorstellen, wie wenn du jetzt hier in die Alpen fährst zum Skifahren, dann fährt er einfach so ein Auto einfach mitten durch und das war auch krass.

00:07:34: Also da waren schon ordentliche Fahrskills gefragt.

00:07:38: Und das war...

00:07:39: Zwei Tage wart ihr unterwegs.

00:07:41: Und es war am Anfang noch okay, wo es ein bisschen flacher zwischen den Bergen uns die Fahrt lang geführt hat.

00:07:48: Aber auch da war es schon spürbar, wie kalt es ist, weil diese Autos eben nicht gut isoliert sind.

00:07:53: Also, da hat man so Temperaturverschiede gehabt.

00:07:55: Wenn man nach dem Motor gesessen hat, hat man geschwitzt, als wäre man auf Hawaii.

00:07:57: Und wenn man hinten gesetzt hat, hat man die Füße nicht mehr gespürt.

00:08:01: Und das ging dann eben so über zwei Tage.

00:08:04: Die erste Nacht haben wir dann auch schon in so einer Hütte übernachtet, wo man ... In dem Ofen heizen musste damit einem warm wird und wenn man auf Klo wollte, einmal über den Hof zum Plumsklo.

00:08:14: Und bei minus zehn Grad nachts auf Klo ist ordentlich.

00:08:19: Da überlegt man sich, ob man geht.

00:08:20: Und am nächsten Tag sind wir weitergefahren, immer weiter.

00:08:23: Das hat sich wirklich angefühlt, als wenn diese Reise nicht aufhört, sind dann durch den Wald gefahren, voller Schlaglöcher und Zumpf und haben auch keine Menschen mehr gesehen.

00:08:33: Bis wir dann irgendwann in so einem Sonnen durch flütetes Tal kamen, wo Rentier rumgelaufen sind.

00:08:41: Und dann wusste der, wir sind richtig.

00:08:43: Wir sind am Ziel.

00:08:45: Wie war, also die Familie ist ja eh ganz spannend.

00:08:48: Über die reden wir auch gleich nochmal.

00:08:49: Wie war dein erster Kontakt mit Ang?

00:08:51: Ang war dein Ansprechpartner und der, keine Ahnung, der Herr der Familie und der Familienvorsitz oder der, der beschlossen hat, dass dieses Leben genau das Richtige ist für die ganze Familie.

00:09:04: Ja, also man ist da angekommen.

00:09:06: Wir sind tatsächlich auch kurz vor Sonnenuntergang angekommen.

00:09:08: Deswegen war das so eine ganz schöne Stimmung.

00:09:11: Und Anke

00:09:13: ist,

00:09:14: ich finde, der ist ein bisschen wie Leute hier aus Berlin.

00:09:16: Der ist erst mal so ein bisschen verschlossen, hat vielleicht auch jetzt nicht die freudlichste Worte zuerst, sondern so ist ein bisschen verschränkte Arme abwartend und ist dann aber ganz schnell aufgetaut und der wirkt erst mal wie so ein, der ist deutlich kleiner als ich, ne, so ein Er ist nicht der sterbste Mann, aber es hat sich eben herausgestellt, der ist so was von Zäh und der ernährt da.

00:09:40: seine Familie, die ganze Familie überlebt da in diesen Bedingungen.

00:09:46: Also ich habe vor allen Dingen ganz, ganz schnell so einen Respekt vor dem Leben dort gelernt, weil wir dann ja auch sehr schnell in die erste Nacht gegangen sind und gemerkt haben, ja okay, also das ist schon ein richtiges Kumpel mit mir zu sagen, hier draußen lebe ich.

00:10:03: Das ist ganz interessant, weil er hat einen O-Ton gegeben.

00:10:05: Ich kann den mal ganz kurz einspielen.

00:10:07: Denkst du, ich kann lernen, so zu leben wie du?

00:10:12: Fühl dich erst mal wie zu Hause.

00:10:17: Wir kümmern uns dann darum, dass du alles über unsere Lebensweise lernst.

00:10:22: Als ich Johannes zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mich gefragt, ob ihm kalt wird.

00:10:26: Schließlich ist er vier Tage lang bei uns.

00:10:29: Er ist so weiß wie der Winter hier.

00:10:31: Also nachts wird ihm definitiv kalt.

00:10:34: Ja, also da hat er recht.

00:10:37: Da hat er wirklich recht gehabt.

00:10:39: Wir alle wussten, dass wird kalt.

00:10:42: Aber du kannst dir nicht ausmagen, wie kalt so eine richtig, richtig, richtig kalte Nacht ist.

00:10:47: Weil kälte tagsüber eine Sache.

00:10:50: Das ist vielleicht auch die Sonne, du kannst dich da mal mal so ein bisschen wärmen, reinstellen.

00:10:56: Aber dann nachts ...

00:10:59: Du, ihr seid ja zum Abend angekommen.

00:11:00: Das heißt, ihr habt noch kurz begrüßt, ihr habt noch kurz seine Familie vorgestellt und dann war gleich die erste Nacht.

00:11:07: Und dann war die erste Nacht.

00:11:08: Und da hab ich den entscheidenden Fehler gemacht, dass ich nicht alle Sachen, die ich hab angezogen hab und in den Schlafsack gekrochen bin, sondern noch dachte, na ja, mit Logginghose.

00:11:20: Ein langes Oberteil.

00:11:23: Und es gibt halt, man muss sich das vorstellen wie so ein typisches Zelt, was man sonst früher aus so Geschichten über die amerikanischen Indianer kennt, ne?

00:11:33: Das ist im Prinzip wirklich so ein Spitzzulaufend, so ein Tipi.

00:11:36: Ich meine es über die Ureinwohner Amerikas, damit wir ja politisch gerecht sind.

00:11:40: Ich sag's denen doch einfach ganz kurz, um die zu ärgern.

00:11:42: Nein, alles gut.

00:11:44: Ich wollte eben auch schon überlegen, ob ich da nicht sage, die Indigen... Aber ich glaube, jemand hat da eben, wenn man sagt, Jana Zelt, so ein ganz genaues Bild.

00:11:53: Und das ist genau dieses Zelt, dieses sehr spitzzulaufende.

00:11:57: Und es hat eben oben ein Loch, weil innen drin ein Ofen steht.

00:12:01: Dieser Ofen wird geheizt und damit man nicht erstickt, ist dieses Loch da.

00:12:05: Das heißt aber auch, es wird super schnell ganz kalt, wenn der Ofen mal nicht läuft.

00:12:09: Das heißt, die ganze Nacht muss nachgelegt werden.

00:12:12: Und es gab eben Leute, Helfer, die dabei waren, die das gemacht haben.

00:12:17: Aber teilweise haben die auch einfach verschlafen oder haben die Zeit verpeilt.

00:12:20: Und dann wurde es einfach super kalt nachts.

00:12:22: Also da hält nichts die Temperatur drin.

00:12:24: Das heißt, du hast dann irgendwann im Zelt eben auch minus fünf, zehn, zwanzig, fünfundzwanzig Grad.

00:12:30: Die Schlafsäge, die wir hatten, waren nicht sonderlich dick.

00:12:33: Und dann steht man halt schon komplett auf Rohren auf.

00:12:37: Vor allen Dingen auch erschlafft, weil man nicht,

00:12:40: wenn es so kalt ist, kann ich überhaupt nicht pennen.

00:12:42: Also, das würde mein Körper sagen, oh, wenn du einschläfst, wachst du nicht mehr auf, bleibt lieber wach und versucht irgendwie klarzukommen.

00:12:50: Aber

00:12:51: ich bin super oft aufgebracht.

00:12:52: Ja.

00:12:53: Also bestimmt jede Nacht so sechs bis acht Mal.

00:12:55: Und dann, ja, war es auch mal leichter, mal schwerer, wieder einzuschwaffen.

00:13:02: Auf jeden Fall ist man morgen schon... Einerseits total gerädert aufgewacht, aber auch so happy, weil du wusstest, jetzt gleich kommt die Sonne raus, jetzt gleich wird's besser.

00:13:11: Okay.

00:13:12: Und es ging dir so und dem Klima aber auch so.

00:13:16: Also

00:13:16: es war natürlich krasser Herausforderung, nicht nur an uns Menschen, sondern auch an das Equipment, weil wir teilweise Kameras hatten Akkus, auch von der Drohne, die Akkus, die dann nicht mehr laden wollten, weil es zu kalt war.

00:13:29: Und da musste man immer gucken, dass nun das Equipment so weit vom Feuer weghält, dass es nicht abfackelt, aber auch nah genug, damit es warm bleibt.

00:13:36: Okay.

00:13:37: Und der Anker und seine Familie, die haben besonders gutes Equipment oder die sind einfach besonders gut von der Natur darauf eingestellt?

00:13:48: Ne, die haben genau das gleiche Equipment und die sind einfach abgehärtet.

00:13:51: Also ich hab ja bei denen auch im Zelt geschlafen.

00:13:54: Ich weiß noch.

00:13:55: Ich bin dann so ins Bett gegangen.

00:13:58: Die Betten sind alle auf so... Ja, so Holzplatten im Prinzip vom Boden angehoben.

00:14:06: Also das sind Stämme und da sind Holzlatten quer drauf und darauf liegt man dann damit man nicht genau aus dem kalten Boden liegt.

00:14:13: Und ich bin dann halt immer in Schafsacke krochen.

00:14:15: Das war dann schon die zweite Nacht.

00:14:17: Mittlerweile hatte ich alle Sachen an, die ich dabei hatte.

00:14:21: Das waren... zwei Unterhosen, eine normale Hose, ein langes Thermo-Unterhemd, ein Pulli, eine Jacke, eine Downenjacke und meine Fellmütze über dem Kopf und über den Gesicht.

00:14:34: So einen Hals trug, was man sich über den Kopf ziehen kann.

00:14:38: Und so bin ich in den Schwarzsack rein.

00:14:40: Und dann sehe ich, wie angt ins Bett geht und der steht.

00:14:44: Vor seinem Bett zieht sich aus.

00:14:46: Unterhose, nur noch so ein Tanktop.

00:14:49: und schlüpft in die Schlafzeit.

00:14:50: und ich war so, das kann doch nicht dein Ernst sein.

00:14:53: Und dazu muss man sagen, wir waren jetzt bei minus-fünfundzwanzig Grad da, das war der Herbst, der Winter, da wären es gerne mal minus-fünfzig Grad.

00:15:02: Wahnsinn.

00:15:04: Kannst du dir vorstellen, warum man so ein Leben wählt?

00:15:07: Also, das ist, hat ja bei denen ist ja Tradition, aber es gibt auch, wenn ich es richtig gelesen habe, nur noch knapp sechzig Familien, die sowas machen.

00:15:15: Und was ich noch total krass fand, während die im Sommer noch in einer größeren Gemeinschaft unterwegs sind, sind die im Winter einfach, ist nur die Familie unterwegs, weil es sonst nicht reichen würde, wie viele Rentiere haben die, die die mit durchfüttern müssen und wofür die halt Weiden suchen müssen?

00:15:32: Also der mehrere Dutzend Rentiere, so, dreißig bis fünfzig, das variiert ja auch immer ein bisschen.

00:15:38: Die kriegen ja Kinder, ab und zu läuft man eins weg, mancher wird eins vom Wolf gerissen.

00:15:43: Also... bisschen schwund ist da auch.

00:15:46: Aber tatsächlich ist vielleicht wichtig zu wissen, weil man denkt, wahrscheinlich essen die die, die schlachten nur ganz selten ihre Tiere.

00:15:52: Die nutzen die Milch, um daraus Sachen zu machen und die zu trinken.

00:15:57: Und benutzen die ansonsten eben auch viel als Lastentiere.

00:16:02: Und das Ganze, warum die das machen, das haben wir uns natürlich auch gefragt.

00:16:08: Weil für mich hat sich der Ort wohl warm.

00:16:13: Von allen Orten, wo ich jemals war, am meisten nach dem Ende der Welt angefühlt.

00:16:17: Klar, wir sind ultra weit weg von dem Ozean.

00:16:19: Aber die Anreise und auch, wie karkt es dort war, wie wenig Menschen dann dort waren, nichts hat sich mehr angefühlt für mich wie das Ende der Welt.

00:16:27: Und ich habe immer gedacht, hinter dem nächsten Berg, das Schluss.

00:16:31: Und für die ist das aber einerseits eine Art zu leben.

00:16:36: Also das ist nicht nur so... dass die sagen, das ist unsere Tradition.

00:16:40: Ankat ist auch immer sehr gefühlt, wenn ich mit ihm darüber gesprochen hab.

00:16:44: Auch der dieses in der Natur leben, mit der Natur leben.

00:16:48: Und wirklich auch einfach diese Art des Lebens aufrechterhalten, die die Generation davor eben schon so geführt haben.

00:16:57: Die haben den Vorteil, und deswegen gibt es, glaub ich, auch überhaupt noch Familien, die das tun, dass der Staat die mittlerweile finanziell fördert.

00:17:06: Den quasi ... eine Art Einkommen gibt.

00:17:10: Und damit können die überleben.

00:17:13: Nicht super gut, aber sie können halt alle wirklich Grundsachen abdecken damit.

00:17:20: Andererseits haben die natürlich auch ein bisschen den Konflikt mit ihren Kids.

00:17:24: Die gehen in einem Ort zur Schule, der ist so vier, fünf Stunden entfernt.

00:17:31: Die wohnen dort alleine in einem Haus und gehen halt zur Schule.

00:17:36: Und da haben die natürlich aber auch einen anderen Zugang zum Leben.

00:17:38: Klar, dieser Ort ist wirklich ein Dorf, also das gibt einen kleinen Supermarkt, ne?

00:17:43: Und alle solche Annehmlichkeiten und die Kinder können sich treffen.

00:17:47: Und die sind so ein bisschen im Zwiespalt.

00:17:50: Ich hatte das Gefühl, als ich mit denen geredet habe, dass die noch nie vorher so richtig darüber nachgedacht haben, dass sie vor so einer Entscheidung stehen.

00:17:58: Weil die haben gesagt, ey, das Leben dort im Dorf, finde ich cool, haben wir voll Bock und ich will Ärztin werden oder ich will das werden.

00:18:05: haben aber irgendwie nicht realisiert, dass das gar nicht vereinbar ist mit dem, wie ihre Eltern leben.

00:18:10: Das heißt, es wird super spannend, wie das jetzt in zehn Jahren, zwanzig Jahren weitergeht, ob es in ein paar Jahrzehnten diese Gruppe Menschen überhaupt noch gibt.

00:18:21: Und du hast genau richtig auch gesagt, im Winter sind die auch alle in ihren Ecken.

00:18:27: Es ist so ein bisschen zugeteilt, ne?

00:18:29: Die eine Familie hat dort ihre Ecke, dann ziehen die weiter im Winter, dann im Frühjahr dorthin und im Sommer sind die aber in Gegenden, wo ganz, ganz viele Familien zusammen sind, wo die Kinder auch zusammen spielen können.

00:18:41: Und im Winter sind die Kids halt isolierter, ne?

00:18:43: Da haben die jetzt so drei, vier andere, mit denen die spielen können und am besten vertragen die sich auch mit denen.

00:18:51: was ich immer faszinierend finde, wenn wir uns auf den Weg machen bzw.

00:18:55: wenn du dich auf den Weg machst, dahin, ich meine natürlich haben wir eine Aufgabe mitgegeben von wegen, versuch dich mal in dieses Leben reinzudenken, aber auch würden die das akzeptieren und könntest du dich dort so integrieren, dass sie dich anerkennend mitnehmen würden und haben ja auch diese, also deine Aufgabe war ja nicht nur das Leben kennenzulernen, sondern auch dich vor denen zu beweisen bzw.

00:19:24: dich auf deren Lebensweise einzulassen.

00:19:27: Und eine Aufgabe, die du hattest, war, ein Rentier zu reiten bzw.

00:19:30: an diesem Rentier-Rennen teilzunehmen.

00:19:32: Nun hatte ich vielleicht aus wenigen biologischen Vorwissen das Gefühl, so ein Rentier ist riesig.

00:19:42: Kannst du das mal einordnen?

00:19:44: Also, wenn ich so fährt, Pony, Scharfziege, wo ordnet sich das Rentier ein?

00:19:53: Ganz klar Pony.

00:19:54: Und wenn es schlecht läuft, ein bisschen kleiner ist ein Pony.

00:19:57: Ich würde sagen, so ein Pony, was man vor Augen hat, so ein Standardpony, das ist ein Rentier.

00:20:02: Und ich sag mal so, für die dort leben, die sind alle ein bisschen kleiner als ich, ich bin ein- sechsen- achtzig.

00:20:11: Es ist auch okay, da stimmen die Proportionen.

00:20:13: Für die ist es dann wie ein Pferd.

00:20:15: Bei mir, und das sollten Sie sich später dann doch als Probleme herausstellen, ist die Größe tatsächlich insofern ein Problem gewesen, als dass einerseits, dass wird ein Gewicht kommt und ganz viele Rentiere meinen Gewicht gar nicht tragen konnten.

00:20:29: Und ich deswegen nur auf einen Rentier konnte.

00:20:32: Und andererseits, der Schwerpunkt ist halt oben nicht.

00:20:35: Das heißt, wenn ein Rentier einfach mal eine

00:20:37: schnelle Drehung macht,

00:20:39: kann ich die viel, viel schwerer halten als die.

00:20:41: Das ist ehrlicherweise auch eine ganz gute Ausrede für den Auswärmen des Rennens, aber dazu mehr.

00:20:49: Aber du hast schon recht, mir ist auch wirklich... Wichtig, also neben dem Fakt, dass das irgendwie auch immer unsere Mission ist, dass ich den vor Ort zeige, ey, ich nehme euer Leben ernst, ich bin hier am Start, ich will das wirklich kennenlernen und ich gehe jetzt nicht nachdem wir gesprochen haben in die geile, beheizte Hütte, leg mich in die warme Badewanne und dann sehen wir uns morgen wieder, wenn die Kamera angeschaltet wird.

00:21:10: Gar nicht und das meine ich mit ehrlich.

00:21:12: oder was wir authentisch nennen, was wir sagen, wir setzen uns wirklich mit den Sachen auseinander, ist auch nicht so, dass ihr sagt, naja klar, ich hab mir auf jeden Fall nochmal, also mein beheizbares Auto stand immer zwanzig Meter weiter, hab ich mich immer mal reingesetzt, wenn mir kalt war, das macht ihr ja nicht.

00:21:25: Und mit dem ersten Tag warst du eigentlich schon da.

00:21:27: Habt ihr gefrühstückt am ersten Tag und dann losgelegt?

00:21:31: oder wie habt ihr es gemacht?

00:21:32: Als wir dort angekommen sind, haben wir...

00:21:35: Also am ersten Tag, ich würd so gerne einen Tagesablauf von denen mal irgendwie skizzieren und sagen, wie du den empfunden hast.

00:21:42: Na ja, die Frühstücke so überschaubar viel, also die trinken halt so ein Rentiermilch-Tee.

00:21:51: Der ist salzig.

00:21:54: Und dadurch, dass die Rentiermilch auch fettiger ist, dicker ist als die Milch, die wir hier haben, die Kuhmilch, ist er schon noch nahehaft.

00:22:02: Also damit starten die halt rein.

00:22:05: Und wir hatten, und das war der kleine Luxus, aber auch noch einen Koch dabei.

00:22:13: der beziehungsweise eine köchin die sehr für uns dann auch morgens und kaffee gemacht hat und ein bisschen was zu essen weil das wäre schon das andere ding gewesen.

00:22:26: also ich habe das gefühl die sind mit relativ wenig essen dadurch den tag bekommen

00:22:30: und

00:22:30: wir waren wie ganz happy dass wir irgendwie unseren ofen noch an feuern konnten weil es dann eben noch alle nützlichen sachen gab.

00:22:40: das muss man ja auch sagen.

00:22:41: die haben da also jetzt im winter Der Boden ist gefroren, überall liegt Schnee.

00:22:45: Wenn die was haben wollen, Reis

00:22:47: etc.,

00:22:48: da müssen die halt fünf, sechs Stunden in den nächsten Ort fahren.

00:22:51: Jetzt haben die kein Auto, um dahin zu fahren.

00:22:53: Das heißt, wir müssen warten, dass irgendwer mit dem Auto da vorbeikommt oder in der Nähe fährt.

00:22:58: Oder sie sagen halt, ich stecke aufs Rentier und reite da lange, lange hin.

00:23:03: Habt ihr als ihr da angekommen, seid Sachen mitgebracht?

00:23:06: Also nicht nur für euch, sondern auch für die.

00:23:08: Also habt ihr einfach ein bisschen mehr eingepackt und gesagt, das ist schon mal unser Willkommensgeschenk und damit...

00:23:14: Ja, also wir haben, und das gilt glaube ich so für alle, Reisen immer ein bisschen mehr mit, dass man auch immer sagen kann, hey komm noch zu uns rüber, ist bei uns noch mit.

00:23:23: Und das meist neben Sachen, die man eben mitbringt.

00:23:26: Also ich finde... Immer gut geht.

00:23:29: natürlich, wenn man irgendwie Kids da hat, man bringt ein paar Süßigkeiten mit, ob das irgendwelche Gummibands sind oder Schokolade, ist ja einfach mitzunehmen.

00:23:37: Und der ganz große Renner ist tatsächlich oft einfach ein Ball und eine Ballpumpe.

00:23:42: Weil da einfach direkt ganz viel Spaß dran haben.

00:23:45: Aber genau, also, ich empfinde uns als Team schon auch immer so, dass wir sagen, hey, willst du auch was, willst du auch ein Kaffee?

00:23:53: Dass wir jetzt nicht sagen, wir ziehen uns in unsere Ecke zurück, sondern auch immer das anbieten.

00:23:57: Ganz oft sind Leute aber auch fein so mit dem was sie haben, ne?

00:24:00: Also...

00:24:01: Habt ihr einen Kaffee genommen oder?

00:24:04: Naja, die sind halt alle schon koffioniert durch die Rentiermilch mit dem Schwarztee drin, ne?

00:24:10: Ah!

00:24:11: Also, die haben ab und zu auch mal einen genommen, aber die starten halt den Tag damit, die trinken das über den Tag auch immer wieder.

00:24:19: Ich fand auch, dass ich danach relativ satt und wach war.

00:24:22: Das ist schon eine gute Kombination.

00:24:23: Okay.

00:24:24: Das schmeckt auch solide.

00:24:28: Also da kann man sich dran gewöhnen.

00:24:29: So Nomaden, Müsli, sehr fettige Milch und Tee und ein bisschen Salz.

00:24:34: Das ist herrlich

00:24:35: ist.

00:24:36: Krass.

00:24:37: Okay, was musstest du machen an dem Tag?

00:24:39: Also wichtig ist natürlich, ganz wichtig, warm bleiben.

00:24:44: Und die haben eben diese Öfen, die alle mit Holz befeuert werden.

00:24:48: Und dafür geht es halt relativ regelmäßig in den Wald, in den umliegenden, um da Holz zu holen.

00:24:55: Das versuchen die aber auch ziemlich nachhaltig zu machen.

00:24:57: Das heißt, die nehmen entweder tote Bäume, Bäume, die jetzt schon ein bisschen älter sind, einfach um auch für sich selbst die Bäume am Wachsen zu halten, das weiterhin auch in Zukunft sie dann mit lehnen und heizen können.

00:25:14: Und das habe ich mit ihnen gemacht.

00:25:15: Jetzt hat er mal gedacht, die haben nur manuelle Mittel, der hat aber tatsächlich auch eine Motorsäge.

00:25:19: Das heißt, die Kiste ging relativ schnell.

00:25:22: Und dann halt aufs Rentier raufladen.

00:25:24: Zurück zum Zelt.

00:25:26: Und wieder heizen für die nächsten Tage.

00:25:30: Wie war dein erster Reitversuch?

00:25:34: Hm.

00:25:36: Geht so.

00:25:40: Also... Ich hätte es noch mehr als Erhältengeschichte anmoderenke.

00:25:44: Und dann warst du das erste Mal auf dem Rentier und es war...

00:25:49: Wirig.

00:25:50: Ja, das bringt ja so Probleme mit sich.

00:25:52: Die hat man jetzt gar nicht direkt auf dem Schirm.

00:25:55: Bei einem Rentier... Hat ein sehr großes Geweih.

00:25:59: Sobald es den Kopf bewegt, fuchtet dieses Geweih irgendwo vor deinem Kopf rum und du musst halt gleichzeitig drauf bleiben und den Geweih ausweichen, weil du sonst einfach das Geweih im Auge hast.

00:26:12: Also ungünstig.

00:26:13: Und dann, also ich habe auch das Gefühl, das hatte ich damals schon bei dem Kamelrennen, dass mir die Leute immer so die historischen Tiere geben.

00:26:21: Nicht, dass ich jetzt hiermit ausreden komme, das will ich nur mal kurz klarstellen.

00:26:26: Es hat sich mein Rentier doch sehr dagegen gewährt, in die Richtung zu laufen, die ich wollte.

00:26:33: Geradeaus, ja, ging super.

00:26:36: Rechts, links war dann schon schwieriger.

00:26:39: Und da, also, ich habe dann schon gemerkt, okay, wenn wir jetzt hier dann das Rennen veranstalten, was über mehrere Kilometer geht, dann wäre das ja schon sehr praktisch, wenn das Rentier in die Richtung läuft, wo ich hin will.

00:26:52: Und das hat aber überhaupt eine Weile gedauert, lenken zu lernen.

00:26:57: Beziehungsweise das Rentier dazu zu kriegen, vermute ich mich zu akzeptieren, dass ich da lenken drauf sitze.

00:27:02: Nimm mich wieder ganz kurz mit.

00:27:04: Gibt es eine Art Zügel?

00:27:05: Ja.

00:27:06: Es ist sonst schon sehr wie ein Pferd.

00:27:07: Es gibt ein Sattel.

00:27:09: Man steigt auch ähnlich drauf und hat dann nicht wirklich Zügel.

00:27:13: Das sind einfach

00:27:15: zwei Lederäden.

00:27:16: Seil du das vorne einmal um die Schnauze oder wie auch immer man das dann beim Rentier nennt.

00:27:21: Ich verstehe.

00:27:22: Den langen Mund rumbindet.

00:27:25: Und davon gehen dann zwei weitere Seile aus und damit längst du so ein bisschen.

00:27:33: Aber jetzt auch nicht so einfach wie mit einem Pferd einfach nur links rechts.

00:27:35: Man muss dann schon nochmal irgendwie speziell anders ziehen, also zum Beispiel den Arm viel weiter nach rechts und links ausstecken

00:27:42: und dann

00:27:43: rumziehen.

00:27:43: Also ist ein bisschen so eine Feinjustierung.

00:27:47: Ich dachte auch, ich kann da direkt mit meinen Pferdeweitsskills kommen, aber es war irgendwie dann doch komplizierter.

00:27:53: Und natürlich, wenn die das dann mir gezeigt haben, sah es wieder super einfach aus.

00:27:58: Ähm, hast du ein bisschen was aus deiner Kamel-Reit-Vor-Erfahrung nutzen können, oder?

00:28:06: Ja, dass ich nicht so viel Angst davor hatte.

00:28:09: Ja.

00:28:09: Weil man fällt einfach deutlich weniger tief.

00:28:14: Das ist ja dann nur, ja, was sind das, eins, zwanzig oder vielleicht eins, fünfzig, die man fällt.

00:28:20: Weil im Kamel war das ja deutlich höher.

00:28:21: Und da... Meist beim Pramele-Ren war einfach mal eine ganz, ganz große Panik runterzufallen, irgendwie hängen zu bleiben.

00:28:27: Da hat man ja mit den nackten Füßen in so einem Seil Brim gesteckt.

00:28:32: Da war das schon alles gefährlicher.

00:28:34: Und jetzt beim Rentier hatte ich deswegen irgendwie weniger Sorge und durfte dann auch, ob das jetzt gut oder schlecht ist, aber ich glaube, es war gut, relativ schnell merken, wie das ist, wenn man von so einem Rentier runterfällt.

00:28:48: Du bist einmal runtergestürzt, ja?

00:28:50: Genau,

00:28:52: ich würde sagen, das ist auch alles andere als angenehm, oder?

00:28:57: Ja, siehst dann irgendwann, jetzt macht doch mal schneller.

00:28:59: Also auch für die Kamera wäre das jetzt ganz gut, wenn du mal mit diesem Rentiersteller erneut bist, dann wird das mal... Ich frage

00:29:04: dich Angst, oder das war das Team?

00:29:05: Alles klar, okay.

00:29:06: Ja, das Team war dann irgendwann, jetzt sitzt du ja drauf, jetzt kannst du ja auch mal schneller machen.

00:29:10: Und ich weiß so, ja, aber Leute, ich sitze da noch gar nicht lange drauf, aber gut, machen wir.

00:29:14: Und es hat eben genau zu diesem Moment geführt, den ich vorhin schon beschrieben habe, Thema Schwerpunkt.

00:29:20: Es hat so ein kurzes Schlenker gemacht und dann bin ich einfach nach rechts gekippt und ich wollte mich noch halten, aber was der Sattel gemacht hat, der ist einfach komplett auf dem Herd hier mit mir einmal um neunzig Grad nach rechts gekippt und damit konnte ich mich dann auch nicht mehr halten und bin auf dem Boden geknallt.

00:29:36: Vorteil war natürlich, dass ich dann gar nicht mehr so tief gefeim bin, weil ich mit dem Sattel schon rumgerutscht bin.

00:29:41: Und es hat gar nicht so ein Weg getan.

00:29:42: Ich meine, ich habe ja auch genug Klamotten, genug Lagen, Kleidung angehabt.

00:29:50: Im Mongolischen gibt es ein Sprichwort.

00:29:54: Es besagt, dass ein Sturz vom Rentier sehr schmerzhaft ist.

00:29:58: Denn es ist, als würde man auf seinen Geweih fallen und das ist hart.

00:30:03: Ich hatte Angst um Johannes.

00:30:10: Ich habe mich ehrlicherweise komplett totgelacht, weil ich dachte, ja klar, richtig peinlich hier.

00:30:14: Eben noch so heroisch, schnell gerippen und zack runtergefallen.

00:30:21: Okay, also ganz ehrlich, mein Respekt hast du total, weil ich glaube auch, das hätte ich glaube ich auch nicht hingekriegt.

00:30:27: Also ich bin auch schon vom Pferd gefallen zum Beispiel.

00:30:30: Ich habe auch schon auf dem Esel sehr schlecht gesessen zum Beispiel.

00:30:34: Also ich gehe da absolut mit.

00:30:36: Aber deine Aufgabe war es ja, irgendwann an diesem Rennen teilzunehmen.

00:30:40: Wie viel?

00:30:40: Wie viel Kilometer sollte es durch die Steppe gehen?

00:30:45: Das waren dann so abgesteckt, knapp zwei Kilometer.

00:30:48: Zwei Kilometer.

00:30:49: Und wie viele Tage hattest du Zeit, also du und dein Rentier, hat das Rentier einen Namen gehabt, das ich jetzt dann ab heute nenne?

00:30:56: Das Rentier hieß...

00:30:59: Johannes.

00:31:00: Nein, das Rentier, ich finde das noch.

00:31:03: Tut mir leid.

00:31:04: Ich glaube Dongor.

00:31:06: Ich glaube, Dongor, wenn ich es mich recht entsinne.

00:31:08: Also wann habt Dongor und du euch so gut angefreundet, dass ihr gemeinsam dieses Rennen laufen wolltet?

00:31:14: Wann war das?

00:31:17: Nie.

00:31:19: Aber wir haben uns beide entschieden, dass wir jetzt zusammen einfach dadurch müssen, dass da kein Weg vorbeiführt.

00:31:26: Und ich dachte eigentlich, wir hätten auch ein ziemlich cooles Agreement, dass wir sagen, wir machen das jetzt, wir gucken mal, dass wir nicht letzter werden.

00:31:32: Aber das habt irgendwie nur ich so gefühlt.

00:31:35: Man muss ja auch sagen, Die Challenge war gar nicht, ich soll einfach noch im Renteil nehmen.

00:31:40: Mir wurde gesagt, du musst dann da schon auch gewinnen.

00:31:44: Und ich stand davor, war sie ja klar.

00:31:45: Klar.

00:31:46: Gewinnen.

00:31:46: Natürlich.

00:31:47: Die werden quasi auf dem Rentier geboren.

00:31:50: Und dann komme ich hier, ich weiß, Nase.

00:31:53: Und dann gewinne ich das einfach.

00:31:55: Logisch.

00:31:57: Also alle haben das von dir erwartet.

00:31:59: Dein Team hat das von dir erwartet.

00:32:00: Oder ging es auch darum, den Ank entsprechend...

00:32:06: Ehre zu machen, ja.

00:32:11: Also ehrlicherweise, das war vor allem das Team.

00:32:14: Aber es ist auch okay, weil wir uns ja gegenseitig auch immer ein bisschen pushen und wollen, dass es nicht nur ein cooler Film wird, sondern es ist ja eine einmalige Experience.

00:32:23: Also ich von mir selbst aus will auch nicht der Letzte werden.

00:32:25: Ich glaube, ich bin ein Realist.

00:32:26: zu sagen, er ist da, glaube ich nicht, aber ich will auf keinen Fall Letzter werden bei diesem Rennen.

00:32:31: Das heißt, ich habe da schon Bock und ich will halt... Ähnlich wie ich es vorhin gesagt habe, wo ich meinte, ich will den zeigen, dass ich am Start bin, dass ich deren Leben nachvollziehe, will ich das auch da machen?

00:32:43: Ich will nicht sagen, ich nehme den einfachen Weg, sondern wenn dann mache ich das und probiere, so gut es geht da abzuschneiden.

00:32:50: Ja, das ist das was ich mit ehrgeiz gemeint habe.

00:32:53: aber das ist ja auch wie ich finde ganz gesunde ehrgeiz und möchte auch einen film abliefern möchte auch in diesem film entsprechend gut aussehen und Dinge machen und so weiter.

00:33:02: aber ich glaube also was ich so ein bisschen gespürt habe beim schauen wir auch immer wieder dass ich dachte ha du möchtest auch schon den an gerne beeindrucken.

00:33:09: ja also er hat schon verständnis gehabt aber ich glaube aber auch einfach sehr in seinem so wird es gemacht und so machen wir das und ich habe es manchmal ein bisschen Lustiger genommen und war so, ja, ja, ja, meine Güte, muss man ja nicht so streng sein.

00:33:24: Aber, ja, war glaube ich dann schon, ja, zwischendurch mal so, so genervt, dass ich mich da so anstelle oder dass das Rentee jetzt nochmal mit mir extra trainieren muss, weil es auch anstrengend ist.

00:33:38: Weil wir hatten am Ende zwei Tage.

00:33:40: Ja.

00:33:41: Und weniger Zeit wäre auch irgendwie nicht drin gewesen, um sich da richtig drauf einzugufen, weil du musst ja erstmal normal drauf sitzen lernen.

00:33:49: Dann musst du lernen, wie das ist, das zu lenken.

00:33:53: Dann musst du aber auch lernen, wie ist es, wenn das schnell unterwegs ist.

00:33:56: Wie fühlt sich das an?

00:33:58: Also, das hat einfach eine Balle gebraucht.

00:34:02: Wollen wir einmal ganz kurz auf das Rennen zu sprechen kommen, dann haben wir es, dann haben wir es schon mal erzählt, angetießt haben wir es jetzt schon genug.

00:34:11: Das heißt, es hat den Tag des Rennens gegeben.

00:34:13: Das heißt, du warst so gut vorbereitet, wie angt dich vorbereiten konnte und dein Rentier mit dir mitgeht.

00:34:19: Und dann, wie viele Leute waren da am Start?

00:34:23: Es waren so knapp, ich würde sagen so, zwölf, fünf, zehn Leute.

00:34:28: Ich habe das gar nicht mehr in der Zahl genau vor Augen, weil ich da schon so ein Tunnel war.

00:34:33: Auf jeden Fall.

00:34:34: Das muss man an der Stelle sagen.

00:34:35: Und ich weiß nicht, ob du das als Ausschnitt vorbereitet hast.

00:34:38: Hat dort auch einfach ein dreijähriger, vierjähriger Teil gebommen?

00:34:43: Ich dachte, ich komme nicht mit

00:34:44: dich.

00:34:44: Ich hab's als Ausschnitt vorbereitet, ja.

00:34:46: Ja, dann spiel das mal ein und dann kann ich mich danach weiter drüber auswählen.

00:34:48: Ja, mach das.

00:34:52: Der Kleine macht auch mit.

00:34:55: Das heißt, ich lasse mich wahrscheinlich von einem fünfjährigen gleich schlagen.

00:35:00: Wir laufen dahin zur Startlinie.

00:35:02: Und dann drehe ich mich irgendwann um und denk mir, hä?

00:35:05: Was macht denn der Kleine da?

00:35:07: Der redet doch jetzt nicht mit.

00:35:09: Weil ich direkt gedacht habe, ja klar, der wird besser sein als ich, das wird super peinlich.

00:35:14: Und der hatte auch in so einer wirklich frechen Lässigkeit drauf gesessen mit seinem Blolly, den er da gelutscht hat und dann auch... also wirklich.

00:35:22: Ich fand das wirklich... irgendwie hat mich das getroffen.

00:35:27: Vor allen Dingen, das wurde im Film nämlich nicht gezeigt.

00:35:29: Der kleine Junge, der gehört jetzt zu der Familie, den haben wir in dem Ort, wo wir übernachtet haben, noch eingesagt.

00:35:34: Weil, ich meine ja, die Kids leben zum Großteil außerhalb von eben dieser kleinen Siedlung.

00:35:41: Und wir haben ihn mitgenommen und er hat hinten bei uns im Auto gesessen und wir mussten drei, vier, fünf, sechs mal anhalten, weil dem so übel auf der Fahrt geworden ist und dass ich immer übergeben musste.

00:35:52: Ich verstehe.

00:35:52: Deswegen

00:35:53: habe ich ihn so abgespeichert.

00:35:54: Er kennt auch so ein kleiner, kleiner, süßer Junge.

00:35:57: Ja.

00:35:57: Und dann sitzt er da auf einmal.

00:36:00: Und ich dachte mir, klar, der wird mich abhängen.

00:36:03: Und das hat er wahrscheinlich auch gemacht.

00:36:07: Ich meine, an dem muss ein Rentier einfach deutlich weniger tragen, weil der hat wohl wahrscheinlich zwanzig Kilo.

00:36:12: Genau, das finde ich auch der Grund vor allen Dingen.

00:36:14: Also ich finde, da gab es schon jetzt auch ein Wettbewerbsnachteil auf meiner Seite.

00:36:17: Das sollte ich vielleicht an der Stelle auch mal erwähnen.

00:36:22: Also wir stehen an der Startlinie und dann wird irgendwann runtergezählt und es geht los.

00:36:29: Und es geht für mich richtig gut, Lums.

00:36:30: Ich bin richtig nach vorne weg geschossen und war so geil.

00:36:32: Ich sitz drauf, es geht, es geht, es geht.

00:36:35: Und ich habe so die Chance gewittert, doch vielleicht ein paar Plätze gut zu machen.

00:36:40: Und dann hat das alles aber dann genommen.

00:36:44: Also sprichwörtlich, wenn man Rentier einfach entschieden hat, warum nicht einfach mal neunzig Grad nach rechts abbiegen?

00:36:51: Der Weg geht zwar gerade aus, aber wir können ja auch einfach hier einen Haken schlagen.

00:36:56: Ja, den hab ich irgendwie nicht so mitschlagen können, bin dann auch dabei gefangen.

00:37:01: Okay.

00:37:02: Und hast du dir aber zum Glück nicht wehgetan?

00:37:04: Wie dann nicht wehgetan?

00:37:05: Ich hab mir nicht

00:37:06: wehgetan, ich hab gut

00:37:07: im Abrollen gewesen.

00:37:08: Ist mal Judo immer.

00:37:10: Nee, ist so ein Secret Skill irgendwie, ich weiß auch nicht, wo der herkommt.

00:37:13: Also, ich hab auf jeden Fall im Runterfallen noch das Seil gehalten, damit mir das Rentier nicht wegläuft.

00:37:21: Das hat zwar versucht, wegzulaufen, hat mich noch so ein bisschen geschliffen, aber das hatte ich dann.

00:37:25: Und dann merk ich so, okay?

00:37:27: Geht weiter, wieder rauf, hinterher.

00:37:29: Und dann?

00:37:30: In Wirklichkeit warst du ziemlich sauer.

00:37:32: Ich hab's.

00:37:33: Ja,

00:37:33: ja, pass auf.

00:37:34: Da war ich schon richtig sauer.

00:37:35: Und dann läuft das Rentier weiter.

00:37:37: Und dann macht es das Gleiche nochmal.

00:37:40: Oh.

00:37:41: Ich halte da runter.

00:37:42: Und jetzt läuft's weg, weil ich es nicht mehr halten konnte.

00:37:45: Und ich hab so einen Hals.

00:37:48: Fuck!

00:37:54: Ich hab keinen Bock mehr, ey.

00:37:56: Ich hab so einen Hals gehabt auf meinen Rentier.

00:37:59: Der ist halt immer komplett ohne und Ansage scharf rechts abgebogen.

00:38:05: Und dann hat aber einer mich abgeschleppt.

00:38:08: Ich hab wirklich wie so ein wütender Zwerg, das hat man vorhin ja kurz schon im Intro gesehen.

00:38:13: Meine Fellmütze weggeworfen, hab so rumgeschrieben und der Kameramann Zedrick, der ist so mit der Drohne, genau in dem Moment durch Zufall, da vorbei geflogen.

00:38:22: Und ich hab noch so gedacht, wenn du mir jetzt mit deiner verdammten Drohne hier noch ein Stück näher kommst, ich werfe die vorm Himmel, ich war so richtig wütend.

00:38:30: Und hatte dann nur das Glück, dass ein anderer weiter, der hat den nicht auch ein bisschen mit der Kamera begleitet, dass wir das filmen können, der hat dann unten am Fluss so vier, fünf Hundert Meter weiter mein Ringtier eingesagt und dann sind wir wie in so einem Ride of Shame zusammen Richtung Tippies Richtung Ziellinie gewitten und kam dann da an wahrscheinlich Das ist eine Viertelstunde hinter allen anderen sein.

00:38:57: Oh mein Gott.

00:38:58: War angem Ziel und hatte dich erwartet eigentlich?

00:39:01: Ja, der hat mich alle erwartet und die haben mich trotzdem irgendwie cool gefeiert und waren total lieb und es war echt ein schöner Moment mit allen.

00:39:09: Aber es war schon beschämt, da kam es zu anderen und war so, ja.

00:39:12: Und der kleine war natürlich da, natürlich.

00:39:14: Der war schon längst da.

00:39:15: Der war auf, glaube ich, sogar einer der vorderen Plätze.

00:39:19: Ich meine, der war so vierter oder fünfter am Ende.

00:39:21: Wow.

00:39:25: Auch wenn du das Rennen nicht gewonnen hast, hast du dich ja doch irgendwie in deren Herzen gespielt.

00:39:32: Das sagt auf jeden Fall der Oton, den ich jetzt einmal ganz kurz einspielen möchte.

00:39:39: Ich bin untergefallen.

00:39:42: Das ist schon okay.

00:39:44: Das Wichtigste ist, dass es dir gut geht.

00:39:48: Du hast in so wenigen Tagen das Reiten auf einem Rentier gelernt.

00:39:51: Und dafür war es schon ganz gut.

00:39:56: Was glaubst du, bin ich bereit hier draußen mit dir zu leben?

00:40:01: Deine Zeit bei uns war kurz, aber du hast unsere Lebensweise kennengelernt und bist bereit mit uns zu leben.

00:40:06: Du gehörst jetzt zu meiner Familie.

00:40:08: Ja,

00:40:09: ich find das auch immer total schön, wenn man an so Orten ist und Leute so was sagen, weil ich war in dem Moment auch total dankbar, dass die mich halt da leben lassen.

00:40:23: Aber du könntest auch sagen, ey, Was will er?

00:40:26: Kommt hierher, fragt uns aus, ne?

00:40:29: Ja.

00:40:30: Und ich bin immer total dankbar, dass die dann ihr Leben teilen.

00:40:35: Und wenn die dann auch noch wirklich sehen, dass wir das aus wirklich guten, guten Interessen machen, dass wir wirklich irgendwie das wollen, dass wir das sehr fühlen, dort zu sein und uns auch Mühe geben.

00:40:50: Da bedeutet mir das total viel.

00:40:53: Das hat, glaube ich, was damit zu tun, dass du dich darauf eingelassen hast.

00:40:57: Und auch, dass die dich haben, sich darauf einlassen lassen.

00:41:01: Also, die haben dich einfach auch in deren Gemeinschaft aufgenommen.

00:41:05: Und also ich kann mich eine Szene erinnern, da wart ihr in der Küche und da fragst du, wie ihr seine Frau kennengelernt habt, weiß ich nicht mehr und so.

00:41:13: Und in Wirklichkeit wusste er das glaube ich schon, aber ihr habt ja auch eine sehr nette Art gehabt, miteinander umzugehen.

00:41:18: Und das ist glaube ich das, was Kommunikation und vielleicht auch Interesse für den Gegenüber ausmacht, oder?

00:41:24: Also ich glaube, dass wir sehr... Ich meine, das ist natürlich der Unterschied.

00:41:28: Wenn du zurückgeworfen bist auf eine einzige Person oder auf fünf Menschen, die du triffst, dann bist du mit denen natürlich auch anders unterwegs und musst den anders gegenüber treten als wenn du in der Stadt wie Berlin sagst.

00:41:40: Ich kann mit meinem Nachbarn reden, aber ich muss auch nicht mit dem reden.

00:41:42: Ich sehe den Morgen auch wieder.

00:41:44: Also da ist gar nicht so das Interesse und die Bereitschaft dafür da, weil das so selbstverständlich ist.

00:41:51: Das gibt einen, glaube ich, noch mal einen ganz neuen Blick auf Gesellschaft, oder?

00:41:55: Das ist ein eigenes Leben, was wir da haben.

00:41:58: Und ein eigener Kreis und das soziale Gefühl ist, glaube ich, ein anderes.

00:42:02: Und deshalb ist, glaube ich, der Umgang ein anderer.

00:42:04: Also so habe ich es auf jeden Fall empfunden, als ich es gesehen habe.

00:42:07: Total.

00:42:07: Und ich würde sagen, dass natürlich ganz oft solche Erfahrungen nicht gemacht werden, weil einerseits vielleicht Touristen irgendwo hinkommen und sich gar nicht darauf einlassen, sondern ihr Foto machen und weitergehen.

00:42:24: Und die Menschen gar nicht als die Menschen sehen auf Augenhöhe, die es sind.

00:42:28: Und ehrlicherweise oft auch Leute aus unserer Branche irgendwo hinfahren, die Kamera drauf halten, ihren Inhalt kriegen und abbrauen.

00:42:35: Und ich seh's einfach so oft erlebe, dass Leute verbrannt sind von Medien und wie die arbeiten.

00:42:41: Und aber andererseits, es irgendwie auch als unsere Aufgabe entfinde, wir sind ja am Ende auch ein bisschen Botschafter von Deutschland, von Europa, wir sind dort.

00:42:53: wollen ja auch da einen Eindruck hinterlassen.

00:42:56: Und ganz grundsätzlich gehört es für mich auch irgendwie zu so, also ganz grundsätzlich ist es für mich so menschlich, einfach zu sagen, hey, man ist da und ich interessiere mich ja auch für die.

00:43:06: Was ist das, was du am meisten mitgenommen hast?

00:43:09: Ich habe schon das Gefühl gehabt, so zu Friedenheit, Humble sein, also auch die kleinen Dinge wertschätzen zu können und so weiter.

00:43:18: Das ist schon das, was man... was du gelernt hast in dieser Zeit, aber gibt es noch was, was du mitgenommen hast und was du sagst, das hält mich auch die nächsten Wochen noch irgendwie mit dieser Erinnerung, hält mich das noch da?

00:43:32: Das war so ein Gefühl, was anschließt an diesen Gedanken, dass sich das angefühlt hat, wie das Ende der Welt.

00:43:39: Weil du hast dann nachts nach oben geguckt, das war zwar total kalt, aber da war ein riesiger Sternenhimmel.

00:43:46: Und so viele Sterne, wie man sonst kaum sieht.

00:43:50: Und einfach... dieses Gefühl an einem Ort zu sein, der so weit weg ist von einem anderen, diese Natur, die Schönheit, die Größe der Welt zu spüren.

00:44:04: Ich kann das ganz schwer nur beschreiben, aber ich habe das Gefühl gehabt, als ich da angekommen bin.

00:44:10: Ich hatte davor eine relativ stressige Zeit und bin auf wie so reingefallen in diese Drehweise.

00:44:18: Und da hat sich mein Leben ein bisschen angefühlt, als wenn ich in so einem kleinen Raum lebe.

00:44:22: Und als ich da ankam, ist es so ausgegangen.

00:44:25: Es war so ganz groß auf einmal.

00:44:26: und dieses Gefühl, auch wenn es ein bisschen diffus ist, das habe ich so da raus mitgenommen.

00:44:32: Und immer wenn ich daran denke und wenn ich jetzt die Sachen hier sehe und höre, fühle ich das wieder.

00:44:38: Ich habe das sehr oft, wenn ich in den Bergen bin, dass ich mich selber so klein fühle und das aber ein total schönes Gefühl ist, nicht auf alles achten zu müssen, sondern einfach nur zu spüren.

00:44:50: Du bist ein ganz kleiner Teil des Universums, vielleicht auch ein ganz unwichtiger Teil des Universums.

00:44:55: Das Universum in dir ist so groß wie es sein kann.

00:44:58: Aber zu spüren, dass das alles nicht so wichtig ist, dass wir vielleicht auch die Probleme des Alltags, dass sie viel zu wichtig werden in dieser Gedrängtheit, in der wir sind und dass sie sich in diesem Raum total schön verlieren können.

00:45:12: Weil im Grunde genommen bist du ja auf deine Basis zurückgeworfen, so überleben.

00:45:17: Essen trinken und vielleicht mit den Leuten noch bestimmte Erfahrungen machen oder so, aber das war es ja schon.

00:45:23: Also noch eine Sache, die ich noch ganz spannend fand, die haben, glaube ich, zwei Stunden am Tag oder zwei Stunden in einer Woche Internet.

00:45:34: Ja, die haben, das ist ja auch das Ding.

00:45:37: Ich glaube, man hat mittlerweile immer noch die Vorstellung, alle Menschen, die so weit ab vom Schuss leben, die haben gar nichts an den Kontakt zur Welt.

00:45:46: Aber es ist ja viel komplexer.

00:45:48: Also selbst wenn du dort lebst und ein sehr schwieriges Leben führst, was wir alle nicht führen könnten, gibt es dann sowas wie in dem Fall Starlink.

00:45:55: Die haben sich zusammengeschaltet in dieser Community und in dieser Familiengruppe und haben einfach Internet gekauft.

00:46:04: Also zahlst du einen monatlichen Beitrag, dass du das nutzen kannst und dann wird immer ein Zelt zum Internetzelt.

00:46:14: Und da... Du kommst wirklich aus diesem Wow, hier gibt's nichts.

00:46:23: Wirklich Ende der Weltgefühl.

00:46:25: Machst du da die Tür auf, giss ins Zelt rein und dann sitzen da zwanzig Leute, alle an ihren Smartphones, weil gerade das Internet an ist.

00:46:34: Aber auch das ist natürlich die Realität.

00:46:39: Es wäre gar nicht mehr vorstellbar, also wie weit... werden die sonst abgehangen, wenn die nicht wenigstens die Möglichkeit hätten, mit ihren Verwandten woanders zu gehen, wenn ihre Kinder da in dem anderen Ort leben.

00:46:50: Also das ist schon total wichtig und vor allen Dingen ist es ehrlich, das ist wichtig für die ganzen Kids und die Jugendlichen.

00:46:54: Die sind da vor allem am Start und hängen irgendwie auf Social Media rum.

00:46:59: Also du hast wirklich auch neben den Leuten und diesem Bild auch so eine Soundkulisse von.

00:47:05: dauernd werden Videos durchgeswipet.

00:47:10: Was ich ganz cool finde ist, also für mich Füllte sich das Ganze an wie so Detoxing, was das angeht.

00:47:18: Und dann ist es halt so, dass sie es zwei Stunden, wie auch immer, zelebrieren.

00:47:23: Dann finde ich es wiederum ganz nice zu sagen, ja dann feiert das diese zwei Stunden ab, weil in der Rest im Rest der Zeit seid ihr sowas von einem Einklang mit der Natur und mit euren mit euren mit eurer kompletten Menschlichkeit dort an diesem Ort also so hundert Prozent da sein.

00:47:37: Das ist man ja auch in diesen Zeiten eigentlich selten, dass ich es total cool fand.

00:47:41: Also auch zu sagen so, dass es.

00:47:44: ein kleiner Mini-Urlaub, den die kurz machen, danach sind die wieder in dem Leben.

00:47:48: Bei uns ist es ja ja andersrum, wir sind ja kaum noch im Großen und Ganzen und hundert Prozent bei einer Sache, sondern immer so halb an diesen Endgeräten.

00:47:57: Deshalb fand ich es irgendwie ganz spannend und das ist vielleicht auch was, was man aus diesen Dingen irgendwie mitnehmen kann.

00:48:04: Neben allem, was sonst auch da drin steckt, nämlich, dass sie ihr traditionelles Leben leben weil sie es leben wollen oder vielleicht auch weil angt ist auch gar nicht anders kennt.

00:48:17: also das ist ja noch so ein bisschen aus welcher aus welcher matrix du das betrachtest.

00:48:20: aber ich fand es irgendwie ganz faszinierend und ich fand der wirkte schon glücklich auf mich auch seine frau wirkt glücklich auf mich und auch die kinder wirken jetzt nicht sozusagen so oh mein god der papa will immer noch normale sein da müssen wir uns jetzt dran halten sondern der.

00:48:34: Ich hatte das Gefühl, dass sie das schon ganz gut leben können und auch, dass sie da auch die Schöne dieser Situation schon irgendwie erkennen konnten.

00:48:41: Und ich glaube, selbst du hast sie erkannt.

00:48:43: Also, ich fand diese Aussage, die du sagst, das ist eines der schönsten Momente, die ich je in meinem Leben erlebt habe, war schon was, wo ich dachte, wow, diese Aussage macht man, glaube ich, nicht jedes auf jedem Dreh, ganz im Gegenteil, glaube ich sogar.

00:48:57: Nee, das war alles wirklich sehr besonders.

00:49:00: Und man fällt ja, glaube ich, an so Ort, man immer ... Ein bisschen in diese Muster rein, dass man die Leute fragen will, sag mal, kannst du dir nicht doch ein besseres Leben vorstellen?

00:49:11: und so.

00:49:12: Und ich finde das mittlerweile ein bisschen anmaßend.

00:49:15: Weil die haben ganz viel, was wir nicht haben.

00:49:17: Also ich fahre immer an jeden Ort, wo ich bin und nehme da was mit, wo ich denke, krass, das können die besser als ich.

00:49:26: Und diese Naturverbundenheit, auch dieses Jahr zu einem einfacheren Leben, ey, das will für uns doch alle.

00:49:34: Klar, wir würden es nicht in dem extremen Leben, aber wir sagen doch alle, mein Fertuch geil mal ohne Handy, man, das wär cool.

00:49:39: Und trotzdem sind wir halt so schief gewickelt.

00:49:42: Ich war auch dort und hab mir gedacht, cool, kein Empfang.

00:49:45: Na ja, und wer war im Internetzelt, als das Internet angeschaltet wurde?

00:49:50: Ich.

00:49:51: Und dann merkst du halt so, Mist, dann ist man doch in diesen ganzen Handysuchtstrukturen drin, man ist dann direkt wieder unruhiger.

00:50:00: Also... Die haben da schon was raus, wo man auf jeden Fall was von lernen kann.

00:50:06: Voll.

00:50:09: Also, ja, ich würde mich ja ehrlicherweise auch mal sehr freuen, wenn Antmar bei mir zu Hause vorbeikommt und man sagt, wie er das hier findet.

00:50:17: Ich glaube, das wird den Total fertig machen.

00:50:19: Ich glaube auch, dass sie das sehr überfordern würde, aber es wäre genau das Gleiche.

00:50:25: Wenn wir Ankes zum Beispiel die Aufgabe geben würden, du musst am Ende

00:50:28: mit der

00:50:29: Bahn zum Kotty fahren.

00:50:30: Du musst im

00:50:30: Supermarkt einfach mal einkaufen gehen und die Selbstbedingungskasse benutzen.

00:50:33: Mit der Bahn zum Kotty fahren und vielleicht noch ein Selfie am Alexanderplatz oder so, wäre ja auch ganz spannend.

00:50:40: Oder ich überlege gerade zur Wiesnzeit, wäre der auch glaube ich hier auf der Wiesn sehr gut aufgehoben.

00:50:47: Aber ich glaube auch, also hast du nicht das Gefühl, dass Menschen, wenn sie in bestimmte Bereiche geworfen werden, sich dort arrangieren können, weil du hattest dich also in der ersten Nachbars bitter kalt.

00:50:59: Danach hast du eine Lösung gefunden und es war nicht mehr bitter kalt.

00:51:03: Am ersten Tag gab es kein Rentier, was ich tragen konnte und wollte.

00:51:06: Irgendwann hast du eins gefunden und so sind wir glaube ich immer, wenn wir der Neugierig und offenherzig sind, haben wir glaube ich immer die Chance, solche Sachen uns mit solchen Sachen auseinanderzusetzen.

00:51:19: Und ich glaube also die Frage ist, ob du das gut konntest.

00:51:24: Und die andere Frage ist, glaubst du, das Angst, das auch könnte?

00:51:27: Ich bin mir unsicher.

00:51:30: Ich hab da zwei Gedanken zu, der erste ist, ich war schon mega froh, wieder in einem normalen Bett, in einem beheizten Raum zu schlafen.

00:51:37: Weil selbst in allen Lagen, die ich hatte, war es noch nicht so richtig angenehm warm.

00:51:44: Also es war trotzdem eine unangenehme Nacht.

00:51:46: Und

00:51:46: das

00:51:47: ist, glaub ich so, das Bild, wie man sich das sehr gut vorstellen kann, wie kalt es war, wenn man in ... zwei gefütterten Jacken, einem Pulli und einem Thermo unterhemden.

00:51:56: Absolut.

00:51:57: In der Mütze und was, was man sich über das Gesicht gezogen hat, in dem Schlaf sagt, immer noch viert.

00:52:03: Und der andere Gedanke war, dass ich, das ist auch eine Sache, die ich ganz oft Leuten sage, wenn ich mit denen so über die Erfahrungen rede und das, was ich so von Menschen mitnehme.

00:52:15: Bei mir bleibt da immer so das Wort Resilienz.

00:52:17: Ich finde es so krass, was wir Menschen im Stande sind, auszuhalten.

00:52:22: welche Widerigkeiten wir aushalten können, wie wir wirklich auch positive Dinge in schlimmsten Situationen sehen können, wie wir damit umgehen können.

00:52:32: Und dann eben auch am Ende zu sagen, ey, ich blebe hier im Winter bei minus fünfzig Grad in einem Zelt mit einem Loch in Dach, finde ich total bewundernswert.

00:52:44: Ja.

00:52:44: Und deswegen natürlich würde der sich auch hier irgendwie einfinden.

00:52:50: Ich finde es halt total spannend zu hören von denen, was die an unseren Leben auch fragwürdig finden, was die belastend finden, was wir vielleicht noch ganz cool finden.

00:52:59: Den Blick finde ich total spannend.

00:53:01: Also ich glaube, das ist total stressig

00:53:02: für die.

00:53:05: Und dass es anstrengend wäre und dass er, glaube ich, sich sehr nach seiner Ruhe zurücksehen würde, wie du dich nach dem Trubel und aber auch deiner Familie zurückgesehen hast.

00:53:15: Familie ist vielleicht nochmal ein ganz wichtiges Ding für unser Schlussfahrt.

00:53:20: Was glaubst du, dass die Familie für denen das wichtigste

00:53:25: überhaupt ist

00:53:26: und der große Halt und Zusammenhalt?

00:53:28: Ich meine, ist es für uns ja auch irgendwie, weil ich glaube, in dieser Gesellschaft, wenn du halt keinen Nachbarn hast, und die nächste knappe fünf Stunden entfernt ist und der nächste Supermarkt vier Stunden entfernt ist, weißt du, glaube ich, auch welche Leute du dich verlassen möchtest und verlassen kannst?

00:53:44: Ja, also wir leben ja immer viel in die individualistischeren Gesellschaft, wo wir über selbst Entwicklungen reden, über das, was ich mit Me Time, ne, sowas alles.

00:53:57: Das gibt's da ja noch gar nicht so.

00:53:59: Natürlich ist deine Familie auch ein... Nicht nur immer so ein Liebeskonstrukt, sondern auch einfach, was man braucht zum Überleben.

00:54:08: Ja.

00:54:09: Also nützlich.

00:54:12: Das heißt aber nicht, dass es jetzt irgendwie total urinliebevoll dazu geht.

00:54:15: Ich habe eher das Gefühl gehabt, dass die eben auch sehr aufeinander achten und einander helfen.

00:54:21: Und oft auch ohne Worte.

00:54:23: So hatte jeder seine Aufgaben und hat die getan.

00:54:30: Aber es ist eben so.

00:54:31: Du kannst weder schnell mal einen Ars trufen.

00:54:35: Du kannst weder schnell mal in den Supermarkt.

00:54:38: Du kannst alles nur erstmal mit den Leuten versuchen zu regeln, die am nächsten sind.

00:54:43: Und das sind deine Family und die Beinachbarn, die du hast.

00:54:47: Ja, ich finde es ganz spannend.

00:54:53: Und ich glaube auch, dass das was die ausmacht.

00:55:00: Und ich glaube, dass man daraus auch total viel... Lernen kann und auch total viel mitnehmen kann.

00:55:05: Und ich habe aus dem Film schon total viel mitgenommen.

00:55:07: Ich habe auch durch diese Unterhaltung nochmal total viel mitgenommen.

00:55:10: Ich danke dir total.

00:55:11: Es waren total interessante Einblicke.

00:55:14: Danke dir.

00:55:15: Ich fand es auch total schön, da nochmal mich reinzufühlen.

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